Start Ratgeber Automatisierung braucht Menschen und Prozesse

Automatisierung braucht Menschen und Prozesse

Der reine Technikblick greift bei der Automatisierung zu kurz. Unverzichtbar für den Erfolg sind laut Red Hat einerseits optimierte Geschäftsabläufe und andererseits Mitarbeitende, welche die Veränderungen akzeptieren. Einfache Aufgaben sollten immer der Ausgangspunkt sein.

Automatisierung braucht Menschen und Prozesse
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Zielbestimmung: Jede Automatisierung sollte Anwendern das Leben erleichtern, einfach nutzbar sein und die Effizienz steigern. Sie darf deshalb auch nicht primär als technologische Herausforderung gesehen werden. Wie jede Neuerung, die ein Unternehmen einführt, erfordert sie zwar auch technisch-funktionale Veränderungen, viel entscheidender für den erfolgreichen Einsatz sind aber die Prozesse und die Mitarbeiter.
Ohne Adaption, Optimierung oder Neudesign der Prozesse kann die Automatisierung nicht erfolgreich sein, denn dann ändert sie an den etablierten Abläufen nur wenig. In einem ersten Schritt gilt es daher, die Unternehmensprozesse zu prüfen und effizienter zu gestalten.
Außerdem erfordert jede Automatisierungsstrategie eine Mindset-Anpassung und einen Kulturwandel. Konkret gesagt müssen sich die Denk- und Arbeitsweisen der Mitarbeiter ändern. Es ist folglich unverzichtbar, dass ein Unternehmen seine Mitarbeiter – auch die skeptischen – „abholt“ und von den Vorteilen für ihre tägliche Arbeit überzeugt: von der Erleichterung und Beschleunigung der Arbeitsprozesse bis hin zur effizienteren Zusammenarbeit der Teams.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind der Dreh- und Angelpunkt

Das Wissen der Mitarbeitenden über unternehmensspezifische Geschäftsabläufe und Best Practices ist für eine erfolgreiche Automatisierung unverzichtbar. Es muss allerdings die Bereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegeben sein, neue Arbeitsprozesse zu akzeptieren – weg von Routineaufgaben hin zu wertschöpfenden Tätigkeiten. Unter Umständen ist eine Modernisierung des Skillsets vonnöten. Unternehmen sind hier gefordert, adäquate Weiterbildungs- und Trainingsmaßnahmen anzubieten. Die generelle Disruption mit dem Siegeszug neuer Technologien ist schließlich nicht aufzuhalten, vielleicht nur zu verzögern.


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Der Startpunkt für die Automatisierung sollten immer einfache Aufgaben und Prozesse sein und nicht die komplexesten und kostspieligsten. Es geht also um die Low-Hanging Fruits, jedoch auch immer mit einem Blick auf die höheren Ziele. Primäres Ziel ist es, möglichst schnell Erfolge zu erzielen, die dann weichenstellend für einen flächendeckenden Einsatz sind. Ein häufiger Fehler von Unternehmen ist, dass sie von Anfang an einen großen Rundumschlag planen. Viele Unternehmen zielen in einer ganzheitlichen Betrachtung letztlich auf eine End-to-End-Automatisierung ab. Dies ist durchaus der richtige Ansatz, allerdings eher auf strategischer Ebene. Eine umfassende Lösung, die die Koordination unterschiedlicher Initiativen erfordert, kann nur das Ergebnis eines mehrstufigen Prozesses sein.

Bottom-up-Ansatz wichtig, um Mitarbeiter für das Projekt zu gewinnen

Ein Top-down-Ansatz ist für die Automatisierung unverzichtbar. Allerdings löst ein reiner Top-down-Ansatz oft nicht die Probleme der einzelnen Mitarbeitenden, und er macht ihnen das Leben auch nicht unbedingt leichter. Eine Top-down-Strategie kann gut begründet ehrgeizige Ziele und Visionen verfolgen. Dabei darf aber die Basis nicht vergessen werden, ansonsten wird ein Projekt kaum den gewünschten Erfolg bringen. Unverzichtbar ist folglich auch ein Bottom-up-Ansatz, um die Akzeptanz der Mitarbeitenden für Änderungen zu gewinnen. Das heißt, die Top-down-Ziele müssen mit den konkreten Bedürfnissen der Mitarbeiter im Einklang stehen.
An der Automatisierung führt für Unternehmen kein Weg vorbei, wenn Unternehmen im Wettbewerb nicht ins Hintertreffen geraten und ihre Agilität, Flexibilität und Effizienz steigern wollen. Nur mit Automatisierung ist eine schnelle Reaktion auf geänderte Marktbedingungen oder Kundenanforderungen gewährleistet. Die Technologie trägt damit auch zur Business Continuity und zur Stärkung der Resilienz bei. In einer von Unsicherheit geprägten Zeit sind dies elementare Voraussetzungen für den Unternehmenserfolg. jf


Der Autor

Richard Henshall - Red Hat
Quelle: Red Hat

Richard Henshall ist Head of Product Management for Ansible bei Red Hat.