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Proaktive Teamentwicklung für erfolgreiche Software-Projekte

Jedes Unternehmen trägt in Form seiner Mitarbeiter großes Potenzial in sich. Gerade in Software-Projekten, die meist durch interdisziplinäre Teams bestritten werden, deren Mitglieder sich anfangs oft nicht gut (genug) kennen, gestaltet sich die Zusammenarbeit oft als Herausforderung. Eine proaktive Teamentwicklung ist hier der Schlüssel zum Erfolg.

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Quelle: VILevi | Adobe Stock

Besonders wenn es darum geht, Projekte im Team zu bearbeiten, kommt das Potenzial eines Unternehmens oft nicht zum Tragen, denn in jedem Team treffen unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichen Begabungen, Stärken und Schwächen aufeinander. Eine proaktive Teamentwicklung kann hier Abhilfe verschaffen.

Man stelle sich vor, man gehört zur Besatzung eines Rafting-Boots in einer Stromschnelle. Wenn hier jeder macht, was er für richtig hält, ist das Projekt die Stromschnelle gemeinsam zu meistern, zum Scheitern verurteilt. Wenn das Team aber abgestimmt handelt – also die Rollen und Aufgaben klar verteilt sind und jedes Besatzungsmitglied an der richtigen Stelle im Boot sitzt und das Richtige tut – werden viele Hindernisse gemeinsam überwunden und das Ziel erreicht.

In der Theorie scheint erfolgreiche Teamarbeit nicht schwer. Alle verstehen sich miteinander, können gewinnbringend ihre Begabungen einsetzen und erzielen gemeinsam mit anderen großartige Ergebnisse. In der Praxis ist erfolgreiche Teamarbeit aber nicht immer gegeben. Viele Teams scheitern und behindern den Arbeitsfluss, anstatt effektiv zusammenzuarbeiten. Es ist dementsprechend wichtig, dass die Teamarbeit gerade im Vorfeld von Software-Projekten richtig geplant wird.

Die drei Ebenen der Teamzusammenarbeit können bei der proaktiven Teamentwicklung die Grundlage bilden:

1. Die Sachebene

Was wollen wir erreichen? Was ist dafür zu tun? Was ist richtig, was ist falsch? Es sollte sichergestellt werden, dass es ein gemeinsames Verständnis über die inhaltlichen Ziele des Projektes gibt.

2. Die organisatorische Ebene

Womit beschäftigen wir uns zuerst, womit zuletzt? Womit bewältigen wir die Aufgabe am besten? Mit welchen Regeln organisieren wir unsere Zusammenarbeit? Dazu gehört zum Beispiel auch herauszufinden, in welchen Rollen und Aufgabenbereichen die Teammitglieder besonders gut arbeiten können und dies auch wollen, um dann konkret in die Rollenverteilung in den einzelnen Projektphasen einzusteigen. Diese Rollenverteilung wird in jeder Gruppe über einen gruppendynamischen Prozess ablaufen, Projektorganigramm hin oder her. Deswegen ist es sehr wichtig, diesen gruppendynamischen Prozess zu verstehen und offen zu thematisieren, wenn Konflikte entstehen. Dass sie entstehen, ist nichts Schlimmes, ganz im Gegenteil: Es zeigt, dass das Team sich miteinander beschäftigt. Wichtig ist nur, dass dieser Prozess nicht dazu führt, dass die Projektziele oder die Projektbeteiligten leiden. Wie immer im Projektmanagement muss man auch hier zeitliche, monetäre und qualitative Kompromisse eingehen. Die Kompromisse sollten aber das Ergebnis einer bewussten (Gruppen-)Entscheidung sein.

3. Die Beziehungsebene

Wie fühlen wir uns? Wie verteilen sich Wertschätzung und Abwertung? Wie vertrauen wir einander? Wie offen und ehrlich geht es bei uns zu? Insbesondere die Beziehungsebene wird oft bei Konflikten in der professionellen Zusammenarbeit nicht thematisiert. Vielmehr wird versucht, Beziehungskonflikte auf der Sachebene auszutragen. Mindestens aus dem privaten Bereich weiß jeder: „Das funktioniert nie!“ Für die Förderung der proaktiven Teamarbeit ist es deshalb von Vorteil, Konflikte in der Projektarbeit durch offenes, wertschätzendes und persönliches Feedback zu lösen.

Offenes und agiles Team schaffen

Probleme sind natürlich nicht mit einem einzigen Gespräch aus der Welt geschafft und es erfordert gemeinsame Anstrengungen, wiederkehrenden Austausch und manchmal auch Moderation durch einen Dritten, um die Konfliktursachen zu erkennen und dauerhaft zu lösen. Doch im Sinne der proaktiven Teamentwicklung ist es wichtig hier am Ball zu bleiben und den Konfliktlösungsprozess aktiv zu unterstützen.

So wird die Grundlage für ein konfliktfähiges, offenes und agiles Team geschaffen, das den Anforderungen eines dynamischen Software-Projekts über die Laufzeit (gemeinsam) gewachsen ist.

Idealerweise sollte all das am Beginn eines komplexen Software-Projektes stehen. Dennoch ist es nie zu spät mit proaktiver Teamentwicklung anzufangen! Manchmal lohnt es sich nach ersten Erfahrungen sich bewusst die Zeit zu nehmen, gemeinsam zurückzublicken und nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die Arbeits- und Verhaltensweisen zu analysieren, um daraus Schlüsse für die zukünftige Zusammenarbeit zu ziehen.


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Der Autor

David WeislmeierTeamentwicklung_Weislmeier, Managing Consultant | Trovarit AG