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Low-Code-Projekte befeuern die Digitalisierung

Mit Low-Code-Technologie automatisieren Unternehmen Abläufe und digitalisieren Kundenerlebnisse. Ein bewährter Fahrplan kombiniert die Softwareentwicklung mit einem Prozess, der den Schwerpunkt auf Menschen, Portfolio-Bewertung und unternehmensweite strategische Ausrichtung legt.

Quelle: Mendix

Um in der digital ausgerichteten Geschäftswelt relevant zu bleiben, müssen Unternehmen aller Branchen ihre Herangehensweise an die digitale Transformation ändern. Untersuchungen zeigen, dass Unternehmen die Botschaft ‚Go digital or go dark‘ verstanden haben: So prognostiziert IDC, dass die weltweiten Ausgaben der Unternehmen für Initiativen zur digitalen Transformation innerhalb von fünf Jahren zehn Billionen US-Dollar übersteigen werden. Eine Studie von PwC hat ergeben, dass 60 Prozent der Top-Führungskräfte die digitale Transformation als wichtigsten Faktor für das Wachstum des Unternehmens im Jahr 2022 nennen. Die Boston Consulting Group berichtet, dass 80 Prozent der Unternehmen beabsichtigen, ihre geplanten Initiativen zur digitalen Transformation zu beschleunigen.

Trotz dieser Aktivitäten erweist es sich in der Praxis als schwierig, mit neuen Technologien betriebliche Anforderungen zu erfüllen, Effizienzsteigerungen zu erzielen, zusätzliche Geschäftsfelder zu erschließen und innovative Erfahrungen für Kunden und Mitarbeiter zu bieten. Die Analysten der Boston Consulting Group haben kürzlich berechnet, dass 70 Prozent aller Digitalisierungsbemühungen in Unternehmen scheitern. McKinsey stellte fest, dass 87 Prozent der Unternehmen eine digitale Qualifikationslücke aufweisen, was die schnelle Umsetzung geschäftskritischer, innovativer Lösungen erschwert.

Eine interoperable und kollaborative Plattform

Eine erfolgreiche digitale Transformation wird laut der Siemens-Tochter Mendix am besten durch eine offene digitale Geschäftsplattform unterstützt, die flexibel, interoperabel und kollaborativ ist, um die Wertschöpfung und Innovation in großem Umfang zu beschleunigen. Um dies zu erreichen, sollten Unternehmen mit einer strategischen Planung beginnen, die präzise Ausführungs- und Erfolgskennzahlen enthält. Es handle sich um einen ganzheitlichen Prozess, der das Paradigma der digitalen Transformation von einer Reihe unzusammenhängender Einzelinitiativen in eine kontinuierliche Praxis umwandelt.

Diese Art der strukturierten Vorgehensweise erfordere von den Unternehmen eine gründliche Selbsteinschätzung ihrer digitalen Reife und Anwendungslandschaft. Dies sei die Grundlage für die Erstellung einer skalierbaren Roadmap, die aufzeigt, wie eine veränderungsbereite Kultur entwickelt, Fortschritte bei geschäftskritischen Zielen nachgewiesen und die Akzeptanz im gesamten Unternehmen gewonnen werden kann. Ohne diese Ausrichtung entstünden Hindernisse wie Risikoaversion und Widerstand gegen Veränderungen durch die Diskrepanz zwischen strategischer Vision und Umsetzung, die alle bis auf 30 Prozent der digitalen Transformationsprojekte torpedieren.

„Die grundlegende Prämisse der digitalen Transformation besteht darin, die Zukunft ohne die Restriktionen der Vergangenheit zu gestalten“, berichtet Nick Ford, Chief Marketing Officer bei Mendix. „Innovation geschieht nicht nur durch die Schaffung von etwas völlig Neuem, sondern auch durch die Verbesserung des Bestehenden.“ Es sei nicht verwunderlich, dass die meisten Unternehmen versuchen, diesen Prozess mit Hilfe von Technologie in Gang zu setzen. Das sei auch wichtig, aber der Schlüssel zum Erfolg beginnt bei den Menschen – der Zusammensetzung des Teams, der Unternehmenskultur, dem Business Case und der Produktvision, den Fristen und Risikofaktoren. „Wir bei Mendix beschreiben, wie die digitale Transformation mit einer ganzheitlichen Selbsteinschätzung der Mitarbeiter, des Portfolios, der Prozesse und der Plattform eines Unternehmens beginnt“, erläutert Ford. „Das bedeutet, dass eine einzelne Initiative – egal wie brillant sie auch sein mag – wenn sie von einem isoliert arbeitenden Team durchgeführt und von den wohlmeinendsten Stakeholdern abgesegnet wird, nicht zu einem transformativen Nutzen führen wird.“


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Automatische Abläufe und digitale Kundenerlebnisse

Vor der Pandemie setzten Unternehmen Low-Code-Anwendungen in erster Linie ein, um Kosten zu senken und die Erstellung neuer Anwendungen für digitale Geschäftsportfolios zu beschleunigen. Aktuell spielen Low-Code-Plattformen für eine wachsende Mehrheit eine wichtige Rolle bei der Rationalisierung und Automatisierung von Abläufen und der Digitalisierung von Kundenerlebnissen. Low-Code ermöglicht es Unternehmen, ihre Geschäftsmodelle zu ändern, um auf dem digitalen Markt erfolgreich zu sein, Daten für verschiedene Zwecke nutzbar zu machen und Technologien der nächsten Generation in Kernsysteme zu integrieren.

Prognosen von Gartner verdeutlichen diesen Trend. Bis 2025 sollen demnach 70 Prozent aller neuen Anwendungen mit Low-Code-Tools erstellt werden. Die Low-Code-Entwicklung fördere die kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und IT. Durch eine bessere Kommunikation zwischen diesen Bereichen würden Nacharbeiten und Rückstände bei IT-Projekten reduziert. Auch finanziell zahlen sich derartige Bemühungen aus: Unternehmen, die im Bereich der Digitalisierung führend sind, erzielen nach Aussage von Analysten ein 1,8-mal höheres Gewinnwachstum als Unternehmen, die im Bereich der Digitalisierung hinterherhinken.

Es überrascht nicht, dass Hunderte von Low-Code-Anbietern versuchen, aus diesem Bedarf Kapital zu schlagen. Um von den Vorteilen der digitalen Transformation zu profitieren, müssen Unternehmen jedoch sicher sein, dass eine Low-Code-Plattform digitale Lösungen unterstützt, ohne die Architektur zu beeinträchtigen und dass sie die spezifischen Anforderungen an die Cloud-Bereitstellung und DevOps erfüllt. Die richtige Plattform ermöglicht es laut Mendix, dass auch Mitarbeiter aus der Fachabteilung für die Lösungsentwicklung eingesetzt werden. Schließlich sollte die Plattform in der Lage sein, eine Vielzahl von Anwendungsfällen zu bewältigen, die sowohl daten- als auch prozesszentrierte Ansätze erfordern.

Erfolg braucht Menschen, Portfolio und Prozesse

Auch erstklassige Technologie reicht alleine nicht aus. Es ist von entscheidender Bedeutung, die menschliche Kraft von Fusionsteams zu nutzen, die sowohl Fach- als auch IT-Experten umfassen, um die Technologie zur Erreichung der Unternehmensziele einzusetzen. „Ein häufiger Stolperstein ist, wenn Unternehmen zu viel auf einmal machen, große, ehrgeizige Projekte starten und in Technologie investieren, um schnell eine digitale Infrastruktur aufzubauen“, erläutert Gordon Van Huizen, Vice President, Platform Strategy bei Mendix. Solche Ansätze seien zwar ehrgeizig, führten aber zu uneinheitliche Bemühungen, die nicht die erhofften Ergebnisse bringen. Stattdessen empfiehlt Van Huizen, sich zunächst auf bestimmte Anwendungsfälle zu konzentrieren: „Die iterative, hochwirksame Auswahl ist das natürliche Ergebnis einer unternehmensweiten, digitalen Reifebewertung.“

Van Huizen führt vier Stufen der digitalen Reife an: Transformation von Altbeständen, Effizienzverbesserungen bei Prozessen und Produktivität, Kundenerfahrung und Entwicklung neuer Geschäftsbereiche. „Unternehmen investieren viele Jahre und Ressourcen in die Umstellung von Altsystemen, bevor sie daraus Vorteile erlangen“, so Van Huizen. „Es ist besser, kleine Projekte und funktionsübergreifende Teams zu finden, mit denen man die Effizienz verbessern, erste Ergebnisse vorweisen und neue Mitarbeiter für den Umstellungsprozess gewinnen kann.“ Erst wenn das gesamte Unternehmen eine strategische Vision mit Hilfe eines agilen Findungsprozesses unterstütze, der die Erfolgskennzahlen validiere, könnte der Return on Investment der digitalen Transformation von Geschäftsprozessen beschleunigt werden.

Kompositionsfähigkeit nächste Evolutionsstufe

Die Umgestaltung des Unternehmens mit internen Talenten, die ihr digitales Fachwissen als Reaktion auf Marktveränderungen einsetzen können, mache jedes Geschäftsmodell widerstandsfähig. Das nächste Element für einen Wettbewerbsvorteil in der beschleunigten Digital-First-Wirtschaft sei die Einführung von Composable Thinking in den Unternehmen.

Einfach ausgedrückt bedeutet „Kompositionsfähigkeit“, dass Unternehmen vorgefertigte Softwaremodule oder digitale Komponenten (etwa Vorlagen oder paketierte Geschäftsservices) verwenden und diese zu einer zielgerichteten Lösung zusammenstellen. Dieser Ansatz könne den Aufwand drastisch reduzieren und die Zeit bis zur Wertschöpfung verkürzen. Häufig könnten Mitarbeiter, wichtige Partner, unabhängige Softwareanbieter und Kunden diese leicht anzupassenden Vorlagen oder Funktionspakete bereitstellen, die den Digitalisierungsprozess beschleunigen. Die Fähigkeit, Mehrwertfunktionen zu finden oder zu liefern, durchbreche die Pattsituation zwischen kommerzieller Standardsoftware, die nur schwer angepasst werden kann, und dem teuren Unterfangen, hochgradig zielgerichtete Software selbst zu entwickeln.

„Unternehmen können digitale Lösungen wesentlich schneller implementieren, indem sie diese Ressourcen aus einem immer größer werdenden Ökosystem bewährter Quellen zusammenstellen und anpassen“, erläutert Van Huizen. „Dieser Ansatz, den Gartner als ‚Composable Enterprise‘ bezeichnet, ist das letzte Element für eine erfolgreiche digitale Transformation. Er ermöglicht es Unternehmen, agil zu werden und zu skalieren, sich schnell an veränderte Marktbedingungen oder Störungen anzupassen, die sich verändernden Kundenanforderungen zu erfüllen und Chancen mit neuen Geschäftsfeldern zu ergreifen.“ Jürgen Frisch