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Hybrides Arbeiten: ein Erfolgsmodell auch für den Mittelstand

Die IT schafft Modelle für die Zukunft. Das gilt längst nicht nur für Technologien und Anwendungen, sondern ebenso für das Arbeiten. Denn wo etwas stattfindet, ist oft gleichgültig. Von den sich daraus ergebenden neuen Möglichkeiten hybrider Tätigkeit profitieren Mitarbeiter und Arbeitgeber.

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Quelle: ExQuisine | Adobe Stock

Die Arbeitswelt hat sich in vielen Bereichen im Zuge der Digitalisierung weiterentwickelt. Dank sicherem und mobilem Internet, Smartphone und Laptop lässt es sich eigentlich schon seit langem sehr gut von überall aus arbeiten. Und das hat Folgen für die Beschäftigungsmodelle: Zu den traditionellen Festangestellten gesellen sich seit Jahren zunehmend freie Mitarbeiter und Teilzeit- oder Projektkräfte. Diese arbeiten als Remote Worker, Digital Nomads oder bei Off-Shore-Dienstleistern. In der IT ist es längst Usus, Fachkräfte für spezielle Projekte anzustellen, die in einem Patchwork-Team mit anderen Experten zusammenarbeiten. Die Pandemie der letzten anderthalb Jahre hat die Arbeitsorganisation noch kräftiger durcheinandergewirbelt. Da stellt sich für viele Betriebe die Frage, inwieweit sie flexible Arbeitsmodelle aus der Pandemie in den Arbeitsalltag integrieren können – und welche Vorteile das bietet.

Vorteile von Hybrid Working für Mitarbeiter

Die Vorteile hybrider Modelle, also der Wechsel zwischen Büro und Home-Office, oder wahlweise Café, Hotel sowie Campingplatz, haben sich in der Pandemie gerade in der IT offen gezeigt. Bei Arbeitspensum und -qualität kam es zu keinen Abstrichen und viele Mitarbeiter waren zufriedener. Die gesparte Zeit für den Weg ins Büro nutzten sie für Einkäufe, Freizeitaktivitäten, Sport oder die Familie, was die Work Life Balance verbesserte. Die Kinder tagsüber zu betreuen oder zum Arzt zu begleiten, ließ sich viel einfacher organisieren, insbesondere für Alleinerziehende. Mit der nach den Lockdowns möglichen Rückkehr ins Büro erhöhte sich die Flexibilität zusätzlich: Wer sich zu Hause für weniger produktiv hält oder wem die entsprechenden Räumlichkeiten fehlen, kann jetzt wieder ins Büro, um dort zu arbeiten. Zu den neuen Möglichkeiten gesellten sich natürlich auch neue Aufgaben: So etwa die Mitarbeiter im Home-Office durch neue IT-Sicherheitsstrategien und Trainings besser zu schützen.


Michael Krett | Quelle: dynaMigs

“Unternehmen, die sich seit Jahren angesichts des Fachkräftemangels im Kampf um Talente befinden, profitieren: Wer Flexibilität bei der Arbeitswahl anbietet, macht sich für potenzielle Mitarbeiter interessanter.”

 


Vorteile von Hybrid Working für Unternehmen

Viele Unternehmen, vor allem im Mittelstand, zögerten in den letzten Jahren trotz vorhandener Möglichkeiten oft, flexiblere Arbeitsmodelle umzusetzen. Doch dies wird sich wohl zukünftig ändern, denn die Vorteile von hybridem Arbeiten begrenzen sich nicht nur auf eine zufriedenere Belegschaft. Unternehmen, die sich seit Jahren angesichts des Fachkräftemangels im Kampf um Talente befinden, profitieren: Wer Flexibilität bei der Arbeitswahl anbietet, macht sich für potenzielle Mitarbeiter interessanter. Mit anpassbaren Arbeitszeiten, die komplettes Remote-Work anbieten, vergrößert sich zudem das Einzugsgebiet, um die notwendigen Experten zu rekrutieren. Solche Modelle ebnen den Weg in die Arbeitswelt für Gruppen, die es oft schwer haben, eine flexible, ihren Möglichkeiten gerechte Arbeit zu finden. Mütter nach der Babypause oder Alleinerziehende allgemein können jetzt flexibel in Teilzeit aus dem Home-Office arbeiten. Ein Projektarbeiter oder Freelancer entscheidet sich leichter für einen Einsatz, wenn er sich nicht geographisch an einen neuen Auftraggeber binden muss.

Fazit: Mit flexiblen Konzepten gegen den Fachkräftemangel

Die letzten beiden Covid-Jahre haben die Vorteile eines flexiblen Arbeitsansatzes und einer offenen Innovationskultur noch einmal bestätigt. Während der Pandemie arbeiteten viele Mitarbeiter virtuell und die Ergebnisse sind durchweg positiv. Viele Unternehmen werden auch in Zukunft weiterhin auf hybrides Arbeiten setzen. Zum einem, weil es sich für sie anbietet. Und zum anderen, weil zufriedene Mitarbeiter produktiver sind und in der Regel den Unternehmen länger erhalten bleiben. Ein flexibles Arbeitsmodell kann vielen mittelständischen Unternehmen Vorteile bieten. Insbesondere der Fachkräftemangel in der IT sollte ein starker Beweggrund für den Mittelstand sein, nach der Pandemie weiter auf flexiblere Konzepte zu setzen. Ein kleiner Wermutstropfen: Wir werden uns wohl auf Dauer an diesen Satz gewöhnen müssen: „Sorry, ich war noch auf mute!“


Über den Autor

Michael Krett ist Geschäftsführer bei dynaMigs und seit 1999 im IT-Sektor tätig. In der Vergangenheit war er für namhafte Firmen als externer Mitarbeiter für die Implementierung, den Betrieb und die Migration von Storagesystemen im NAS-/SAN-Umfeld zuständig.