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Smart Data Fabric macht die Fertigung nachhaltig

Nachhaltigkeit in der Fertigung und im Handel – das fordert künftig das Lieferkettengesetz. Unternehmen, die ihre Prozesse dorthin optimieren wollen, brauchen übergreifende Datenanalysen. Hilfreich ist dabei eine Smart Data Fabric, argumentiert der Plattformanbieter InterSystems.

Quelle: ipopba | www.istockphoto.com

Umweltschutz als Ziel: Mit dem Lieferkettengesetz hat die Bundesregierung den rechtlichen Rahmen für nachhaltige Produktionsprozesse geschaffen. Diese Verpflichtung zur unternehmerischen Sorgfalt in Handel und Produktion gilt ab Januar 2023 zunächst für Großunternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitern. Ein Jahr darauf sind auch kleinere Betriebe über ihre Geschäftsbeziehungen davon betroffen.

Nun rückt bei Unternehmen der Fertigungsindustrie die Nachhaltigkeit von Produktion und Lieferkette in den Fokus. Ein attraktiver Startpunkt dabei ist die Optimierung der Energieeffizienz von Fertigungsprozessen. Das nutzt dem Klimaschutz und bringt Unternehmen zudem messbare finanzielle Mehrwerte.

Das Internet der Dinge bündelt Informationen von Sensoren

Eine Grundlage für eine nachhaltige Produktion liegt in der Datenhaltung: Das Industrial Internet of Things (IoT/Internet der Dinge) bringt Daten aus unterschiedlichsten Quellen zusammen und ermöglicht es damit, dass neue Klimastandards eingehalten und produktionstechnische Optimierungen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Machine Learning und Predictive Maintenance umgesetzt werden. Neue Werke und Produktionsstätten werden so gebaut, dass geltende und kommende Umweltstandards eingehalten werden. In Sachen Effizienz, Produktivität und Output ist die IoT-fähige Fertigung den nicht-vernetzten Anlagen überlegen.

Mit der Erneuerung ihrer Produktionsanlagen stellen sich Fertigungsunternehmen ihrer Verantwortung für mehr Nachhaltigkeit. Hinter dem Konzept der Environmental, Social und Corporate Governance steht ein freiwilliger Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung in den Bereichen Umwelt, Soziales und interne Führung, der gesetzliche Maßgaben übertrifft. „Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg dieser Maßnahmen ist der exakte Einblick in aktuelle Daten, Statistiken und Kennzahlen in allen Bereichen der Geschäftstätigkeit“, berichtet Jannis Stegmann, Sales Engineer bei Intersystems, einem Anbieter von Cloud-First-Datenplattformen. „Nur auf dieser Grundlage lassen sich Maßnahmen wie schadstoffarme Fertigung oder ein optimierter CO2-Fußabdruck gezielt steuern und im Nachhaltigkeitsreport detailliert dokumentieren.“

Datensilos erschweren abteilungsübergreifende Analysen

Ein Hindernis auf dem Weg zu diesem Überblick stellen vorhandene Anwendungs- und Datensilos dar. Die Informationen sind in diesem Fall im ganzen Unternehmen verteilt, zum Beispiel in einzelnen Maschinen in der Werkshalle, dem Warenwirtschaftssystem oder in der CRM-Anwendung (Customer Relationship Management/Kundenbetreuung). „Eine abteilungsübergreifende Verknüpfung dieser Daten ist mit Silos nur schwer möglich“, erläutert Stegmann. „Zudem stehen vielerorts nur wenigen Mitarbeitern moderne Business Intelligence-Werkzeuge für Auswertungen und die Visualisierung der Ergebnisse zur Verfügung. Das erschwert das Reporting von Nachhaltigkeitszielen und umfassende Analysen, die fundierte Entscheidungen ermöglichen.“

Ein probates Mittel, um die notwendige Transparenz für Maßnahmen in Sachen nachhaltiges Wirtschaften herzustellen, ist die Umsetzung der Smart Data Fabric. Dieses Architekturkonzept verbindet einzelne Datenquellen auf der Grundlage einer interoperablen, leistungsfähigen und skalierbaren Datenplattform. „Datensilos gehören somit der Vergangenheit an und es lassen sich alle historischen und aktuellen Daten aus internen und externen Quellen zusammenführen, bereinigen und harmonisieren“, erläutert Stegmann. „Das Ergebnis ist eine Single Source of Truth, eine zentrale Sicht auf alle im Unternehmen zur Verfügung stehenden Daten.“

Ergänzend bietet eine Smart Data Fabric Funktionen für die visuelle Darstellung der Ergebnisse in Dashboards sowie Bausteine für Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Fertigungsunternehmen können damit ihre Daten analysieren und den Erfolg ihrer Nachhaltigkeitsstrategie bewerten. „Da sich eine Smart Data Fabric ohne großen Aufwand in die bestehende IT-Architektur integrieren lässt, können Unternehmen bestehende Anwendungen und Dienste weiterhin nutzen“, resümiert Stegmann. Jürgen Frisch


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erp-trends
Quelle: Trovarit AG
Artikel
ERP-Trends für die Smart Factory
Autor: Dr. Karsten Sontow, Trovarit AG
Erschienen: 2020-04-07
Schlagworte: ERP, Industrie 4.0, Smart Factory
Was sich hinter der Vision „Industrie 4.0“ und der Smart Factory verbirgt, hört sich einfach an: die vollständige digitale Vernetzung von Produkten, Betriebsmitteln, Mitarbeitern und Organisationen. In der Praxis ist dies ein enorm anspruchsvolles Technologieprojekt, an dessen Verwirklichung weltweit Industrie und Forschungsinstitute arbeiten. Im Fokus der Smart Factory steht dabei die durchgängige Vernetzung von Produktionssystemen und dynamischen Geschäfts- und Engineering-Prozessen mit dem Ziel, das sich selbst durch die hochautomatisierte Produktion steuernde Produkt zu schaffen und – letztendlich – die rentable Herstellung von Produkten auch bei individuellen Kundenwünschen („Losgröße 1") zu ermöglichen.
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