Start Nachrichten PwC rät bei Künstlicher Intelligenz zum Schnellstart

PwC rät bei Künstlicher Intelligenz zum Schnellstart

Investoren fokussieren trotz aller Risiken die schnelle Einführung Künstlicher Intelligenz. Das zeigt die Global Investor Survey von PwC. Die Befragten achten auf Nachhaltigkeit, vermuten bei den Berichten aber oft Greenwashing.

Global Investor Survey PwC
©Petmal, istockphoto.com

Blick in die Glaskugel: Inflation (46 Prozent), wirtschaftliche Volatilität (39 Prozent) und geopolitische Konflikte (34 Prozent) betrachten Investoren in den nächsten zwölf Monaten als die größten Bedrohungen für Unternehmen. Klimabedingte Risiken steigen erheblich und liegen nun auf dem gleichen Niveau wie Cyber-Risiken bei 32 Prozent. Das zeigen die Ergebnisse der Global Investor Survey 2023 von PricewaterhouseCoopers (PwC). Die Wirtschaftsprüfer haben dafür im September 2023 insgesamt 345 Investoren und Analysten in weltweit 30 Regionen befragt – darunter institutionelle Investoren, Analysten und Vermögensverwalter oder Chief Investment Officers.

Intelligente Systeme stützen die Wertschöpfung

Innovation und neue Technologien wie Künstliche Intelligenz, Metaverse und Blockchain zählen für Anleger zu den wichtigsten Prioritäten bei der Bewertung von Unternehmen. 61 Prozent der Befragten geben an, dass eine schnellere Einführung von Künstlicher Intelligenz für die Wertschöpfung „sehr wichtig“ oder „extrem wichtig“ sei. Zählt man die Antwortmöglichkeit „einigermaßen wichtig“ hinzu, steigt die Zahl auf 85 Prozent. Weitere 59 Prozent sind der Meinung, dass der technologische Wandel die Wertschöpfung von Unternehmen in den nächsten drei Jahren am stärksten beeinflussen wird. Dennoch sehen 86 Prozent der Investoren künstliche Intelligenz als erhebliches Risiko an, wenn es um Datensicherheit und Datenschutz geht, unzureichende Governance und Kontrollen (84 Prozent), Fehlinformation (83 Prozent) sowie Voreingenommenheit und Diskriminierung (72 Prozent).

„Künstliche Intelligenz bietet trotz aller Risiken beachtliches Potenzial für die heimische Wirtschaft“, erläutert Rudolf Krickl, CEO von PwC Österreich. „Diese Technologie wird die Art des Arbeitens beschleunigen und in der inhaltlichen Qualität steigern. Unternehmen müssen diese Chancen aktiv und mutig angehen. Sie sollten die Entwicklungen nicht nur beobachten, sondern innovative und sinnvolle Anwendungsfälle erproben.“

Klimarisiken gewinnen bei Investoren an Relevanz

Auch Nachhaltigkeit spielt für Investoren eine große Rolle. Haben im Jahr 2022 nur 22 Prozent der befragten den Klimawandel als Bedrohung wahrgenommen, ist die Zahl mittlerweile auf 32 Prozent gestiegen. Für drei Viertel (75 Prozent) stellt die Art und Weise, wie Unternehmen mit nachhaltigkeitsbezogenen Chancen und Risiken umgehen, einen wichtigen Faktor bei Investitionsentscheidungen dar. 69 Prozent geben an, dass sie ihre Investitionen in Unternehmen, die relevante Nachhaltigkeitsaspekte erfolgreich managen, erhöhen werden. 70 Prozent stimmen der Aussage zu, dass Kriterien und Rahmenbedingungen für die Berücksichtigung von Umwelt-, Nachhaltigkeits- und Sozialfragen ein Teil der Unternehmensstrategie sein sollten.

„Nachhaltigkeits-Kriterien sind zu einem entscheidenden Faktor bei Investitionsentscheidungen geworden“, berichtet Agatha Kalandra, Vorstandsmitglied und ESG Leader bei PwC Österreich. „Künftig legen die dazugehörigen Berichte transparent dar, wie Unternehmen ihren Einfluss auf Gesellschaft und Umwelt verstehen und wie sie ihre Geschäftsmodelle langfristig nachhaltig ausrichten.“


Anzeige | Fachartikel im IT-Matchmaker.guide ERP-Lösungen

Artikel
Sustainable ERP
CO2-Management als neues Modul im ERP-System?
Autor: Katharina Berwing,Center Integrated Business Applications, Martin Perau, FIR e.V. an der RWTH Aachen
Erschienen: 2023-10-18
Schlagworte: Digitale Transformation, ERP, Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit in allen Geschäftsaktivitäten ist für Unternehmen aktuell eine der wichtigsten und gleichzeitig herausforderndsten Aufgaben. Eine Neupositionierung der produzierenden Industrie als zweitgrößter Verursacher von Treibhausgasemissionen ist in diesem Zuge zwingend erforderlich. Gemessen am BIP, führte das stetige Wirtschaftswachstum zu einer Zunahme des Ressourcenverbrauchs und der CO2-Emissionen. Aufgrund der bereits sichtbaren und zu erwartenden Auswirkungen einer bisher unzureichenden Anpassung, wächst der Handlungsdruck. Dieser wird die Regulatorien der Politik verändern und die Spielregeln der Industrie bestimmen.
Download

Nachhaltigkeitsberichte gelten oft als Greenwashing

Die meisten Investoren zweifeln allerdings daran, dass die aktuellen Nachhaltigkeitsberichte der Unternehmen vertrauenswürdig sind: 94 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Nachhaltigkeitsberichterstattung teilweise unbelegte Behauptungen enthält. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Wert um 7 Prozentpunkte gestiegen.

„Investoren haben nur wenig Vertrauen in Nachhaltigkeitsberichte – das sollte Unternehmen und Aufsichtsbehörden aufhorchen lassen“, warnt PwC-Expertin Kalandra. „Umso wichtiger ist es, die Qualität der berichteten Daten zu erhöhen. Angesichts der verschärften EU-Richtlinien, muss die Nachhaltigkeits-Berichtserstattung weiterentwickelt werden, damit sie zuverlässige und vergleichbare Informationen bereitstellt.“ Jürgen Frisch