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Legacy-Software zieht unnötige Kosten nach sich

Betreiben Unternehmen Altanwendungen, dann fallen dabei schnell unnötige Kosten an. Der IT-Dienstleister Avision zeigt auf, wo das typischerweise passiert, und wie sich derartige Ausgaben vermeiden lassen.

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Quelle: Edelweiss | Adobe Stock

Bei Legacy-Software ist die Versuchung oft groß, diese längere Zeit nicht anzufassen. „Die Anwendung ist ja ohnehin da und kostet nichts“, denken viele Verantwortliche. Ein Trugschluss. Wird eine Altanwendung über einen längeren Zeitraum nicht modernisiert, kann sie unnötige Kosten verursachen. Das können regelmäßig anfallende Ausgaben sein, aber auch Aufwände, die durch ein akut werdendes Problem entstehen. Der auf Software-Revival spezialisierte IT-Dienstleister Avision nennt die drei größten Ausgabenblöcke.

1. Betriebskosten

Der erste Posten betrifft streng genommen nicht die Software selbst, sondern ihre Betriebsumgebung. Legacy-Anwendungen laufen häufig auf veralteten oder überdimensionierten Servern. Dadurch entstehen unnötige Kosten für Platz, Energie, Klimatisierung und Wartung. Veraltete Server sollten ersetzt werden, da neuere Systeme in dieser Hinsicht deutlich kostengünstiger sind. Eventuell ist auch die Konsolidierung mehrere Anwendungen auf einem Server möglich, so dass sich überflüssige Systeme aussortieren lassen. Auch Technologien wie Virtualisierung und Containerisierung ermöglichen eine optimalere Nutzung von Serverressourcen. Durch eine Migration von Altanwendungen in die Cloud können außerdem vor allem größere Unternehmen die Betriebskosten oft deutlich senken.

2. Anpassungskosten

Neue gesetzliche Vorgaben, steigende Anforderungen der Märkte und Kunden oder eine höhere Effizienz der Mitarbeiter: Es gibt viele Anlässe, welche die Anpassung einer Legacy-Software erfordern. Ist die Software mit einem Programmierstil entwickelt, der nicht mehr aktuell ist, oder wird sie nicht regelmäßig gepflegt, dann entstehen so genannte technische Schulden – etwa eine unüberschaubare IT-Architektur. Funktionale Erweiterungen verursachen aufgrund dieser technischen Schulden hohe Aufwände und Kosten. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass aufgrund von Zeitdruck nicht sauber gearbeitet wird und sich die technischen Schulden vergrößern. Im schlimmsten Fall können Anpassungen sogar überhaupt nicht mehr durchgeführt werden. Das lässt sich durch ein regelmäßiges Refactoring der Software und einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess verhindern.

3. Risikokosten

Wird eine Altsoftware nicht gepflegt und modernisiert, entstehen zahlreiche Risiken, die im Fall ihres Eintritts hohe Kosten verursachen. Enthält die Software etwa Komponenten, die von ihren Herstellern nicht mehr mit Support unterstützt werden, drohen Systemausfälle, Sicherheitslücken oder Bußgelder wegen Verstößen gegen Datenschutzregelungen. Ein weiteres hohes Risiko stellt der Know-how-Verlust dar. Verlassen die Programmierer der Software das Unternehmen, weil sie in Rente gehen, ist niemand mehr vorhanden, der die Anwendung anpassen kann – und es findet sich vielleicht auch niemand mehr dafür auf dem Dienstleistungs- und Arbeitsmarkt. In so einem Fall ist eine Modernisierung unumgänglich. Da die Software lange nicht aktualisiert wurde, ist dann aber ein großer und entsprechend teurer Modernisierungssprung erforderlich.

„Auch die regelmäßige Pflege und Aktualisierung von Legacy-Software verursacht Kosten“, erläutert Nadine Riederer, CEO bei Avision. „Diese Ausgaben amortisieren sich allerdings im laufenden Betrieb sehr schnell. Das gilt insbesondere für Anwendungen, die häufiger um neue Funktionen erweitert werden müssen.“ Vor allem Legacy-Software, die unternehmenskritische Funktionen und Daten enthält, könnten Unternehmen nicht einfach wie ein Auto bis zur Verschrottung nutzen. Die Verantwortlichen sollten stattdessen frühzeitig planen, wie sie diese Funktionen und Daten in ein neues System überführen oder das bestehende Altsystem modernisieren können. Jürgen Frisch


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