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Die 7 Todsünden des User Experience Design

Ausspioniert, ausgebeutet und ausgetrickst: Einige schwarze Schafe machen mit der User Experience ihrer digitalen Angebote den Anwendern das Leben schwer. Der Softwareanbieter Pegasystems zeigt auf, was sich Anbieter besser verkneifen sollten.

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Quelle: Urupong | Adobe Stock

Leitplanken: Die User Experience einer Website, einer App oder eines digitalen Service entscheidet maßgeblich über ihren wirtschaftlichen Erfolg. Da setzen ihre Anbieter doch alles daran, sie so gut wie möglich zu gestalten – sollte man zumindest meinen. Ein Blick auf die aktuellen Praktiken und Gestaltungsprinzipien zeigt jedoch, dass ein optimales Nutzererlebnis keine Selbstverständlichkeit ist. Pegasystems, Anbieter von Software zur Vereinfachung komplexer Arbeitsprozesse, nennt die sieben Todsünden des User Experience Design.

1. Datengier

Vor allem E-Commerce-Plattformen und Online-Händler gestalten die Abfragen zu Cookies- und Tracking-Einstellungen oft zu ihrem Vorteil und nicht im Sinne der besten User Experience. So können die Nutzer zwar meist mit einem einzigen Klick einer maximalen Datenerhebung zustimmen, müssen aber mehrere Schritte durchlaufen, um sie abzustellen. Das erschwert es den Nutzern absichtlich, ihre Daten zu schützen.


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Artikel PIM-Systeme: Upgrade für das Handels-ERP
Autor: Berthold Lütticke, Trovarit AG
Erschienen: 2021-10-05
Schlagworte: Handel, PIM, PIM-Systeme, Produktdatenmanagement (PDM), Produktinformationsmanagement (PIM), eCommerce
Der Handel setzt mittlerweile fast durchgängig auf die Möglichkeiten, die durch das Internet, mobile Anwendungen, Smartphones etc. entstanden sind. Informationen zu Produkten in einer Vielzahl von Vertriebskanälen aktuell und konsistent zu halten, kann für Unternehmen ein aufwändiges Unterfangen sein. PIM-Systeme bieten hier effiziente und flexible Unterstützung und werden insbesondere im Handel immer häufiger eingesetzt.
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2. Verführung

Insbesondere auf Portalen von Reisevermittlern, Billigfluglinien und Autovermietungen sind Muster der so genannten Dark UX eine verbreitete Praxis: Erlerntes Nutzerverhalten wird dabei zur Gewinnmaximierung missbraucht. So werden beispielsweise Primär-Buttons, die eigentlich immer ein- und demselben Zweck dienen, etwa der Bestätigung oder Navigation, plötzlich für etwas ganz anderes eingesetzt – nämlich den Kauf einer Zusatzleistung.

3. Bevormundung

Viele Streaming- und Social-Media-Plattformen spielen ohne Einwilligung der Anwender automatisch vermeintlich individuell präferierte Inhalte ab. Damit suggerieren sie Komfort und Personalisierung, wollen aber in Wahrheit vor allem die Engagement-Rate ihrer Services erhöhen. Dafür nehmen sie es in Kauf, ihre Nutzer zu bevormunden.

4. Hinterhältigkeit

Oft erhalten NutzerInnen zeitlich begrenzte und kostenlose Probeangebote zu Services nur, wenn sie ihre Zahlungsdaten hinterlegen. Versäumen die Anwender, nach Ablauf der Testzeit zu kündigen, erhalten sie Rechnungen. Die Anbieter setzen dabei gezielt auf die Vergesslichkeit der Kunden, um aus kostenlosen Angeboten möglichst viele Bezahlservices zu machen.

5. Faulheit

Allzu oft machen Betreiber von Websites eigene Probleme zu Problemen ihrer Nutzer. Ein Beispiel dafür ist etwa der Einsatz von sogenannten Captchas. Die Nutzer werden aufgefordert, Zeichen und Symbole zu identifizieren, um Spam durch Bots und automatische Datenextraktion von Websites zu verhindern. Dadurch sparen sich die Betreiber die Kosten für die Implementierung eigener Spamfilter.

6. Trägheit

Oft hapert es bei Webseiten, Apps und digitalen Services an der Reaktionsfähigkeit ihrer Benutzeroberflächen. Die Anwender können dann nicht flüssig mit ihnen interagieren und ärgern sich über lange Ladezeiten, anstatt sich mit den Inhalten zu beschäftigen. Die Reaktions- und Ladezeiten haben aber einen entscheidenden Einfluss auf die Aufmerksamkeit der Nutzer und sind ein ausschlaggebender Faktor dafür, ob sie eine Website, eine App oder einen Service erneut verwenden.

7. Schlamperei

Werden Drittservices, beispielsweise zur Abwicklung des Bezahlprozesses, eingesetzt, sollten sie so tief integriert sein. In manchen Fällen haben die Anbieter die Integration nur oberflächlich realisiert und zwingen die Anwender dazu, umständlich zwischen verschiedenen Systemen hin und her zu springen.

„Solche Methoden und Nachlässigkeiten sollten sich Anbieter besser verkneifen. Sie mögen vielleicht kurzfristig sogar zu Einsparungen oder steigenden Umsätzen führen, wirken sich aber langfristig verheerend aus. Die Nutzer werden frustriert, verärgert und verlieren das Vertrauen – und werden sich in der Folge einfach abwenden“, erläutert Maciej Szaniawski, Innovation & Design Lead EMEA bei Pegasystems.


Über den Autor

Maciej Szaniawski ist Innovation & Design Lead EMEA bei Pegasystems.