Startseite ECM/DMS 5 ECM/DMS-Trends für 2022

5 ECM/DMS-Trends für 2022

Wie und von wo aus wir arbeiten, hat sich in den letzen beiden Jahren maßgeblich verändert. Laut Analysten planen knapp 80 Prozent der deutschen Unternehmen ein neues Arbeitsplatzmodell, mehr als ein Drittel will künftig hybrid arbeiten. Die Herausforderung liegt für viele Unternehmen jedoch in der Schaffung der dafür notwendigen Voraussetzungen und deren Integration in die Geschäftsprozesse.

Quelle: NicoElNino | Adobe Stock

2021 war ein spannendes Jahr für den Bereich Dokumenten- und Enterprise Content Management (DMS/ECM). Beflügelt von der immer größeren Akzeptanz von Cloud-Lösungen für klassische Geschäftsanwendungen, ergeben sich auch für die Einbindung von dokumentenbasierten Geschäftsprozessen neue Möglichkeiten und eine wesentlich höhere Flexibilität. Die pandemiebedingt eingeführten Digitalisierungsmaßnahmen und -Tools haben sich bewährt und werden vielerorts in eine permanente Nutzungsform überführt.

Aber auch die Art und Weise, wie und von wo aus wir arbeiten, hat sich maßgeblich verändert. Laut der IDC Studie „Work Transformation in Deutschland 2021“ planen knapp 80 Prozent der deutschen Unternehmen ein neues Arbeitsplatzmodell, mehr als ein Drittel will künftig hybrid arbeiten. Die Herausforderung liegt für viele Unternehmen jedoch in der Schaffung der dafür notwendigen Voraussetzungen und deren Integration in die Geschäftsprozesse. Branchenexperte Manfred Terzer von Kendox gibt einen Ausblick auf fünf wichtige Trends, die im Bereich Enterprise Content Management und Dokumentenmanagement-Lösungen (ECM/DMS) für das Jahr 2022 zu erwarten sind.


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ECM/DMS als strategischer Partner der Digitalisierung
Vom linearen Prozess zum fortwährenden Kreislauf

07.10.2022
11:00 - 11:45 Uhr

Thema: Strategie, ECM, Dokumentenmanagement, Digitalisierung
Referent: Marc Müller, Trovarit AG
Im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung oder Business Transformation gewinnt auch das Thema ECM/DMS immer mehr an strategischer Bedeutung. Denn oftmals reichen vorhandene Architekturen und Lösungen nicht aus, um erforderliche unternehmensweite Informations- und Geschäftsprozess-Services digital zur Verfügung zu stellen. Somit ist ECM/DMS ein Thema, welches sämtliche Abteilungen vom Vertrieb und Service über die Produktion und Logistik bis hin zum Rechnungswesen anspricht. Aus einem bislang oftmals - meist durch organisatorische Grenzen bedingt - linearen Prozess entsteht ein fortwährender Kreislauf aus z.B. Entwickeln, Produzieren, Akquirieren, Verkaufen und Betreuen. ECM/DMS hat somit den Anspruch Menschen, Prozesse und Informationen unternehmensweit zu synchronisieren, um so erkenntnisorientiertes Handeln und Denken zu ermöglichen. Unter dieser Voraussetzung ist auch eine Einführung einer entsprechenden Lösung sehr individuell zu betrachten und birgt somit auch seine unternehmenseigenen Herausforderungen.
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Digitalisierung ermöglicht Automatisierung und effizientere Prozesse

Die Digitalisierung hat im Jahr 2021 einen regelrechten Boost erfahren. Eine Umfrage im Auftrag des Bitkom bei 602 Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten belegt, dass die Digitalisierung bei 92 Prozent der Unternehmen durch die Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen hat, vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 84 Prozent. Ein zentrales Element dabei ist, dass papiergebundene und andere analoge Informationen digitalisiert werden. Doch das allein reicht noch nicht aus. Damit ein Unternehmen in der zunehmend digitalen Wirtschaft erfolgreich bleiben kann, muss ein zweiter Faktor dazukommen: Die Automatisierung, bzw. die Automatisierung von Prozessen.

Anwender profitieren von Low-Code- und No-Code-Lösungen

An Schlagworten hat es in der IT-Industrie selten gemangelt. Mit Low-Code und No-Code sind zwei weitere Begriffe hinzugekommen. Low-Code- bzw. No-Code-Programing bedeutet, dass nur wenig bzw. gar keine Programmierung erforderlich ist und Anwender sich sozusagen ihre Anwendungen und Apps selbst erstellen können. Einsatzbereiche für solche Technologien finden sich grundsätzlich überall – ob im Bereich ERP, CRM, sowie in der Produktion oder in der Verwaltung. Da viele Informationen in Dokumenten gespeichert sind, sind dabei auch immer digitale Dokumente involviert.

Der Trend zu Low-Code und No-Code ist zweifelsohne ein grosser Hebel für eine nachhaltige Effizienzsteigerung. Dennoch ist eine Unternehmensstrategie zum nachhaltigen und sinnvollen Einsatz von Low-Code ratsam. Andernfalls besteht die Gefahr, dass viele kleine Automatisierungs-Inseln geschaffen werden und das Know-how über die Gesamtheit der Prozesse im Unternehmen verloren geht. Automatisierte Anwendungen, die zwar einen bestimmten Zweck erfüllen, aber eben nicht besonders gut sind, können über längere Zeiträume hinweg betrachtet sogar Kosten verursachen.

KI und ECM unterstützen intelligente Unternehmens-Entscheidungen

Bei der Frage nach konkreten Anwendungsszenarien für Technologien wie Künstliche Intelligenz und Machine Learning im Bereich Dokumentenmanagement zeigt sich, dass die intelligente, automatisierte Dokumentenanalyse bereits einen sehr hohen Reifegrad erreicht hat. Angefangen bei der Spracheingabe bzw. der Sprachsteuerung über Chatbots und Übersetzungsdienste bis hin zur intelligenten Interpretation von Inhalten von Dokumenten, sind die Tools vor allem auf die Unterstützung und Automatisierung der Kommunikation ausgerichtet. Diese Technologien werden in den kommenden Jahren noch deutlich an Bedeutung gewinnen und vor allem im Bereich der Prozessautomation einen spürbaren Mehrwert erzeugen.

Darüber hinaus wird es künftig auch zahlreiche Anwendungen geben, in denen die KI basierend auf dem Inhalt eines Textes entsprechende «Entscheidungen» für den Anwender treffen oder ihm vorschlagen kann. Zum einen kann das die Prozesse beschleunigen; zum anderen hilft das auch, subjektive Faktoren im Rahmen einer Entscheidung ein Stück weit zu eliminieren und dadurch «objektivere» Entscheidungen zu treffen.

Cloud-Lösungen werden zum Standard der Unternehmens-IT

Cloud-Lösungen und der damit zusammenhängende Betrieb von Software in Rechenzentren sind ein Trend, der in den letzten beiden Jahren durch die Pandemie zusätzlich beschleunigt und verstärkt wurde. Als Folge daraus verlagern immer mehr Unternehmen ihre Softwaresysteme vollständig in die Cloud. Die Vorbehalte aus früheren Jahren, sei es in Punkto Sicherheit oder in Punkto Geschwindigkeit und Antwortzeiten, sind zwischenzeitlich weitgehend ausgeräumt. Cloud-Lösungen werden zum vorherrschenden Standard in der IT. Für Unternehmen wird es künftig noch mehr als zuvor darauf ankommen, 100 % cloudfähige Systeme für ihre betrieblichen Kernprozesse einzusetzen. Dies gilt auch für die gesetzeskonforme Aufbewahrung von elektronischen Dokumenten.

In vielen Fällen ist der Betrieb einer Cloud-Lösung durch einen externen, hoch-qualifizierten Dienstleister auch deutlich effizienter und kostengünstiger als die Bereitstellung und der Betrieb einer individuellen Lösung im eigenen Rechenzentrum. Das gilt vor allem dann, wenn das Unternehmen noch nicht über die notwendigen Ressourcen und das entsprechende Know-how verfügt.

Hybride Arbeitsmodelle setzen sich durch

Wir wissen nicht, ob wir uns noch mitten in der Pandemie befinden oder ob diese sich 2022 endlich dem Ende zuneigt. Wir wissen jedoch, dass die Veränderungen in der Arbeitswelt, die durch sie ausgelöst bzw. verstärkt wurden, sehr groß sind und dass diese Veränderungen «bleiben» werden. Auch wenn viele Unternehmen Homeoffice langfristig wieder reduzieren oder abschaffen möchten, haben wir gelernt, dass es technisch grundsätzlich sehr gut möglich ist, auch mit externen Partnern und Kunden virtuell zusammenzuarbeiten.

Viele Unternehmen haben erkannt, dass es künftig immer wichtiger wird, möglichst alle relevanten Prozesse im Unternehmen so aufzustellen, dass es egal ist, von wo aus auf die Daten zugegriffen wird. Und mit zunehmender Virtualisierung der Geschäftsprozesse, nimmt natürlich auch die Dominanz des stationären Bürobetriebs ab. Technisch lassen sich diese Anforderungen mit Hilfe von cloudbasierten Lösungen relativ einfach umsetzen.

Um effizient in hybriden Arbeitsumgebungen zu arbeiten, in denen Mitarbeiter flexibel sowohl in Präsenz als auch remote arbeiten, sind cloudbasierte Lösungen zwar zwingend erforderlich – allerdings braucht es neben der reinen Technik auch die erforderlichen Soft-Skills bei den Mitarbeitenden und den Führungspersonen.


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Fazit

Das Digitalisieren und Automatisieren von Geschäftsprozessen bleibt auch in 2022 ein heißes Thema. Technologien wie RPA, Sprachverarbeitung und intelligente Dokumentenerkennung sind prädestiniert dafür, auch solche Prozesse im Unternehmen zu automatisieren, die bislang nur schwach oder noch gar nicht strukturiert und automatisiert sind. Hierzu gehören vor allem Büro- und Verwaltungsprozesse, in denen heute noch ein riesiges Potenzial für Produktivitätssteigerungen schlummert.


Über den Autor

Quelle: Kendox AG

Manfred Terzer, Gründer und CEO der Kendox AG