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Umfrage: SAP-Anwender steuern Cloud-Kurs

Über die Hälfte der befragten SAP-Anwender stuft die Cloud als Schlüsseltechnologie ein. DSAG-Mitglieder schätzen zudem Self Services und modulare Anwendungen. Als Herausforderungen gelten Personalmangel, das unternehmensweite Commitment und die Strategie.

Quelle: Funtap | www.istockphoto.com

Die große Mehrheit der SAP-Anwender kann mit den Veränderungen durch Digitalisierung, Transformation und politische Zeitenwende gut und einigermaßen gut Schritt halten. Das zeigt eine gemeinsame Umfrage der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG), der Americas‘ SAP Users‘ Group und der Japan SAP Users‘ Group (JSUG) vom Juni 2022. 71 Prozent der befragten DSAG-Mitgliedsunternehmen (ASUG 69 Prozent/JSUG 57 Prozent) stimmen dieser Aussage zu.

Bei den Technologien, die für Veränderungen notwendig sind, fallen die Antworten sehr unterschiedlich aus: DSAG-Mitglieder nennen mit 59 Prozent Self-Services, wohingegen ASUG-Mitglieder mit 59 Prozent die Cloud und die JSUG-Anwenderunternehmen mit 60 Prozent Artificial Intelligence und Machine Learning zur Nummer Eins erklären.

Self Services, modulare Anwendungen und die Cloud: diese Technologien benennen die Anwender der SAP-Anwendergruppen DSAG (Deutschland), ASUG (USA) und JSUG (Japan) als relevante Bausteine für die digitale Transformation. (Quelle: DSAG)

Teilgenommen an der gemeinsamen Umfrage der SAP-Anwendergruppen haben 492 SAP-Verantwortliche aus Nordamerika, 434 aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und 213 aus Japan. Von den Teilnehmenden der ASUG kamen elf Prozent aus dem Bereich Consumer Products, gefolgt von jeweils sieben Prozent aus den Bereichen High-Tech, Education & Research sowie Industrial Manufacturing, Machinery & Components. Die DSAG-Mitglieder kamen zu zwölf Prozent aus dem Bereich Industrial Manufacturing, Machinery & Components, sechs Prozent sind dem Utilities-Sektor zuzuordnen, gefolgt von jeweils fünf Prozent aus dem Bereich High-Tech und Wholesale Distribution. Die Befragten der JSUG stammen zu jeweils 22 Prozent aus den Bereichen Industrial Manufacturing, Machinery & Components und Wholesale Distribution, gefolgt von neun Prozent aus dem Chemicals-Sektor und sechs Prozent aus dem Bereich High-Tech.

Die Cloud hat einen hohen Stellenwert

Jeweils mehr als die Hälfte der Mitglieder (DSAG 51 Prozent/ASUG 59 Prozent/JSUG 54 Prozent) gibt an, dass die Cloud für ihre künftigen IT-Landschaften essenziell sei. Ebenfalls relevant sind für 59 Prozent der DSAG-Mitglieder Self-Services (ASUG 41 Prozent/JSUG 19 Prozent), dicht gefolgt von 55 Prozent Anwender in Deutschland, Österreich und der Schweiz, für die modulare Anwendungen und Prozesse ausschlaggebend sind (ASUG 16 Prozent/JSUG 17 Prozent). ASUG-Mitglieder stufen zudem intelligente Dashboards und Analytik (55 Prozent) sowie Automation/Robotic Process Automation (51 Prozent) als wichtig ein. Die JSUG-Anwender benennen Artificial Intelligence und Machine Learning (60 Prozent) sowie Automation/Robotic Process Automation (50 Prozent). „Es überrascht nicht, dass die Cloud in allen drei Anwendergruppen als eine zentrale Technologie für künftige IT-Landschaften gilt“, erläutert der DSAG-Vorstandsvorsitzende Jens Hungershausen.Cloud-Technologien unterstützen Unternehmen und Organisationen dabei, mit Veränderungen Schritt zu halten.“

Der Personalmangel gilt als Herausforderung

Befragt nach den größten Herausforderungen bei Innovationsprojekten landen interne Fähigkeiten und der Personalmangel bei allen drei SAP-Anwendergruppen auf Platz Eins (DSAG 63 Prozent/ASUG 50 Prozent/JSUG 70 Prozent). Auf dem zweiten und dritten Platz folgen bei den DSAG-Mitgliedern mangelndes unternehmensweites Commitment (33 Prozent/ ASUG 26 Prozent/JSUG 35 Prozent) sowie fehlende Vision/Strategie (31 Prozent/ASUG 24 Prozent/JSUG 27 Prozent). Für die ASUG-Mitglieder stellen Finanzierungsprobleme (38 Prozent) und die fehlende Managementunterstützung (26 Prozent) die nächstgrößeren Hürden dar. Die Befragten der JSUG hingegen benennen die Unfähigkeit, mit dem technologischen Wandel Schritt halten zu können (37 Prozent) und ebenfalls ein mangelndes, unternehmensweites Engagement (35 Prozent).

 Sustainability und Künstliche Intelligenz haben keine Priorität

Nachhaltigkeitsmanagement und die dazugehörigen IT-Lösungen spielen bei allen drei befragten Anwendervereinigungen bislang keine dominierende Rolle: Das ergeben jeweils die Rückmeldungen der DSAG mit 39 Prozent, bei der ASUG mit 24 Prozent und der JSUG mit 16 Prozent. Wenig Aufmerksamkeit bekommt auch die Optimierung neuer Technologien (Internet der Dinge, Robotic Process Automation, Künstliche Intelligenz) bei DSAG (26 Prozent) und ASUG (24 Prozent). Die JSUG-Befragten haben mit 16 Prozent eher wenig Interesse am Thema Integration und Programmschnittstellen (DSAG 7 Prozent/ASUG 7 Prozent). Platz Drei der unbeliebten Technologiethemen belegt die Erweiterbarkeit der Cloud bei DSAG (23 Prozent) und ASUG (18 Prozent). „Unternehmen bzw. Organisationen sind aktuell mit multiplen Krisen konfrontiert, denen sie sich akut stellen müssen“, ordnet DSAG-Chef Hungershausen diese Zahlen ein. „Herausforderungen wie der Ukraine-Krieg, die explodierenden Energiepreise und unterbrochene Lieferketten sind da nur einige Beispiele. Das Thema Sustainability rückt demgegenüber bislang in den Hintergrund.“

Geh es um Nachhaltigkeit, dann haben die dazugehörigen SAP-Lösungen bislang in den Unternehmen lediglich eine geringe Bedeutung. (Quelle: DSAG)

Positiv oder sehr positiv äußern sich die Befragten aller drei Anwenderorganisationen auf die Frage, ob SAP-Lösungen ihren Unternehmen dabei helfen, mit Veränderungen Schritt zu halten: Bei der DSAG waren dies 86 Prozent, bei der ASUG 80 Prozent und bei der JSUG 65 Prozent. Im Durchschnitt investieren die Mitglieder der drei Anwendervereinigungen jeweils 36 Prozent (DSAG), 41 Prozent (ASUG) und 34 Prozent (JSUG) ihrer IT-Ausgaben für SAP-Lösungen und -Services. Mehr als die Hälfte ihres Gesamtbudgets lassen allerdings nur 18 Prozent der DSAG-Mitglieder, 30 Prozent der ASUG- und 27 Prozent der JSUG-Mitglieder bei SAP liegen.

Der Anteil von SAP-Anwendungen am IT-Budget der Anwenderunternehmen liegt zwischen 25 und 49 Prozent. (Quelle: DSAG)

Die hohen Kosten stehen in der Kritik

Mehr als die Hälfte der Befragten nehmen ihre SAP-Investitionen positiv wahr (DSAG 61 Prozent/ASUG 74 Prozent/JSUG 52 Prozent). Eine negative Reaktion hatte bei den Befragten (DSAG 8 Prozent/ASUG 4 Prozent/JSUG 9 Prozent) vor allem zwei Gründe: Mitglieder der DSAG und der ASUG kritisieren, dass die Investitionen im Vergleich zum damit erzielten Nutzens zu hoch sind, während JSUG-Mitglieder die Kosteneffizienz bemängeln. Jürgen Frisch


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