Start Dienstleistungen Cloud und Kundenpflege treiben das Consulting

Cloud und Kundenpflege treiben das Consulting

Die 20 führenden mittelständischen IT-Beratungen in Deutschland sind 2020 um durchschnittlich 4,7 Prozent gewachsen. Die größten Treiber waren die Themen Cloud-Transformation, Customer Experience Management und Data Analytics.

Quelle: violetkaipa | Adobe Stock

Aufschwung: „Die Corona-Pandemie führte zwar insgesamt zu einer Verlangsamung des Wachstums, allerdings haben Themen wie Cloud-Migration, Software-Entwicklung sowie Data Analytics eine hohe Nachfrage erzeugt“, erläutert Tobias Ganowski, Analyst beim Marktforschungs- und Consultinghaus Lünendonk. „Darüber hinaus arbeiten einige der 20 führenden mittelständischen IT-Beratungen für Kunden aus dem öffentlichen Sektor, welche ihre IT-Ausgaben 2020 stark erhöht haben.“ Laut der aktuellen Lünendonk-Marktstudie sind die 20 führenden mittelständischen IT-Beratungen im vergangenen Jahr um durchschnittlich 4,7 Prozent gewachsen und erzielten damit in Summe Umsätze in Höhe von 3,6 Milliarden Euro. Im Jahr 2019 hatte das Wachstum noch 8,4 betragen.

Für die Studie „Führende mittelständische IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in Deutschland“ haben die Analysten neben rund 85 IT-Dienstleistern etwa 130 IT-Verantwortliche aus dem gehobenen Mittelstand sowie aus Großunternehmen und Konzernen befragt. Als ‚mittelständisch‘ definiert Lünendonk solche IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen, die ihren Hauptsitz beziehungsweise die Mehrheit ihres Grund- und Stammkapitals in Deutschland haben sowie einen Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro aufweisen. Mindestens 60 Prozent des Umsatzes müssen mit IT- oder Management-Beratung, Individual-Software-Entwicklung oder -einführung und Systemintegration erwirtschaftet werden. Darüber hinaus dürfen die IT-Beratungen, wenn sie einem Konzern angehören, nur maximal 25 Prozent ihres Umsatzes innerhalb des Konzerns erzielen.


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61 Prozent Wachstum mit dem Public Sector

Das stärkste Wachstum im Jahr 2020 erzielte der IT-Dienstleister init mit 61 Prozent. Dem auf den Public Sector fokussierten Beratungshaus gelang damit erstmalig eine Platzierung in diesem Ranking. Den Spitzenplatz belegt GFT. Das Stuttgarter Unternehmen konnte durch ein Umsatzplus von 3,7 Prozent sowie durch das Ausscheiden der adesso SE aufgrund der Überschreitung der für das Ranking zugelassenen maximalen Umsatzgrenze einen Platz im Vergleich zum Vorjahr gutmachen.

Neu im Ranking und auf Platz zwei sowie fünf sind Nagarro und Allgeier. Die Allgeier SE hatte 2020 Nagarro aus dem Konzern abgespaltet und an die Börse gebracht. Ebenso platzierten sich in den Top 10 die IT-Beratungen ESG, Materna, valantic, Conet, Senacor, SNP und Cosmo Consult. Signifikant organisch gewachsen sind außerdem die ISO Gruppe mit 16,6 Prizent, BE-terna mit 14,2 Prozent sowie Materna mit 9,7 Prozent. Conet verbesserte seine Platzierung durch die Übernahme der Procon IT um zwei Ränge von neun auf sieben und wuchs – mehrheitlich anorganisch – um 15,2 Prozent.

Hybrid Cloud, Customer Experience und Analytics

„Für das laufende Jahr erwarten wir eine besonders hohe Nachfrage rund um die Cloud-Transformation und das Management hybrider IT-Landschaften“, erläutert Ganowski. Auch bei den Themen Customer Experience sowie Data Analytics rechnet der Analyst mit einer anhaltend hohen Nachfrage. „Unternehmen wollen ihre IT-Landschaft auf einen neuen technologischen Stand bringen, der niedrige Kosten, eine einfachere Handhabung und einen höheren Automatisierungsgrad verspricht. Da Strategen zudem neue IT-basierte Produkte und digitale Geschäftsmodelle entwickeln, dürfte der Wertschöpfungsbeitrag der IT in Unternehmen weiter steigen.“ Jürgen Frisch