Start Software und Technologie SAP plant das weltgrößte Unternehmensnetzwerk

SAP plant das weltgrößte Unternehmensnetzwerk

Vernetzung der Unternehmen in Communities, Transformation über die Cloud, messbarer Klimaschutz und optimierte Geschäftsprozesse – diese Themen fokussiert SAP auf der Kundenkonferenz SAPPHIRE NOW, die Corona-bedingt erneut online stattfindet.

Eng vernetzte Unternehmen, optimierte Geschäftsabläufe in der Cloud und ein messbarer Klimaschutz: So will SAP-Chef Christian Klein die Geschäftswelt umgestalten.

Umfassende Pläne zur Gründung von Business-Communities erläutert SAP-Konzernchef Christian Klein auf der Online-Kundenkonferenz SAPPHIRE NOW. Die Walldorfer wollen es ihren Kunden erleichtern, mit anderen Unternehmen entlang ihrer Wertschöpfungskette Kontakt aufzunehmen. „Dieses Jahr hat deutlich gezeigt, wie wichtig es ist, einer Community anzugehören“, erläutert Klein. „Wir wollen daher die weltweit größte Business Community aufbauen, in dem sich Unternehmen über Branchen hinweg vernetzen.“

Im SAP Business Network verknüpft SAP bislang separat agierende Netzwerke wie etwa die Beschaffungsplattform Ariba, den Logistik-Bereich (SAP Logistics Business) und das Anlagenmanagement (SAP Asset Intelligence Network). In die Plattform will SAP auch Partnerunternehmen wie etwa Fracht- und Lieferdienste integrieren. Unternehmen sollen über ein zentrales Portal darauf zugreifen können und dort einen Rundum-Überblick über die Partner in ihrer Logistikkette, die Lieferströme und die Instandhaltung ihrer Anlagen bekommen. So sollen Betriebe künftig Anforderungen wie etwa das Lieferkettengesetz einhalten können, das eine Transparenz über die Zulieferer vorschreibt.


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16.07.2021
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Anmeldung


Die Cloud-Transformation bekommt Branchen-Vorlagen

Auch ihr Cloud-Angebot bewirbt SAP auf der Kundenkonferenz. Im Januar hatten die Walldorfer das Programm Rise with SAP angekündigt, das Unternehmen dabei hilft, ihre Geschäftsprozesse zu optimieren und dabei ihre IT-Systeme in die Cloud zu verlagern. Diese Initiative ist nun erweitert worden um spezielle Angebote für einzelne Industriezweige wie etwa die Automobilindustrie, den Einzelhandel, die Versorgungswirtschaft sowie den Maschinen-, Geräte- und Komponentenbau. Nach und nach will SAP diese Angebote auf alle 25 Kernbranchen ausdehnen.

Die Deutschsprachige SAP-Anwendervereinigung DSAG zeigt Interesse für die Branchen-Clouds: „Die geplanten Industriepakete klingen interessant“, erläutert Vorstandsvorsitzender Jens Hungershausen. „Ebenso wie alle anderen Erweiterungen sind das starke Eingriffe in bestehende SAP-Landschaften, die nur dann erfolgreich sind, wenn die Projekte anhand tragfähiger Business Cases umgesetzt werden. Wir sind gespannt auf die Erfahrungen der Unternehmen und stehen der SAP gegenüber für Realitäts-Checks zur Verfügung.“

Logistikketten sollen umweltfreundlich werden

Eine weitere Initiative der Walldorfer zielt auf die Umwelt. Mit neuen Lösungen will der Konzern den Klimaschutz über die gesamte Produktions- und Logistikkette hinweg messbar machen. Eine Applikation soll beispielsweise Produktdesigner dabei unterstützen, bei der Materialwahl in der Konzeption bis hin zur Produktion den Ressourcenverbrauch zu reduzieren. Eine weitere Lösung soll die Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus eines Produktes hinweg messen.

Ausweiten will SAP das Konzept des intelligenten Unternehmens. Bisher haben die Walldorfer Business-Intelligence-Komponenten in ihre Lösungen integriert, um Anwendern Entscheidungshilfen zu geben. Der nächste Schritt besteht darin, komplette Geschäftsabläufe zu analysieren und zu optimieren. Bei den althergebrachten Process-Management-Lösungen wie beispielsweise Aris von IDS Scheer haben Systemarchitekten Prozesse grafisch entworfen und das Ablaufmodell in den IT-Systemen nachgebaut. Die Lösung SAP Business Process Insights geht den entgegengesetzten Weg und erstellt die Prozesslandkarte anhand der Datenspuren in den IT-Systemen. Ein Algorithmus prüft dann den fachlichen Prozess und entdeckt auf der Basis von Mustererkennung Ungereimtheiten wie etwa ausgelassene oder mehrfach durchlaufene Prozessschritte.

Process Mining optimiert Geschäftsabläufe

Process Mining nennt sich diese Analyse, die ein Röntgenbild der Geschäftsprozesse liefert. Um ihr Portfolio in diesem Bereich auszuweiten, hat SAP im Januar dieses Jahres den Berliner Prozess-Spezialisten Signavio zugekauft. Nun binden die Walldorfer dessen Anwendungen in ein Paket ein, mit dem sich Geschäftsprozesse analysieren, überwachen und verbessern lassen. Als erste strategische Partner der SAP in diesem Bereich arbeiten Ernst & Young, Deloitte und Infosys Limited mit dem Portfolio von SAP Business Process Intelligence, um Unternehmen beim Optimieren ihrer Geschäftsabläufe zu unterstützen. Jürgen Frisch


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