Digitale Dokumente bieten gegenüber Papier bereits viele Vorteile, wie die automatische Stichwortsuche. Mit der KI-Integration im Dokumentenmanagement kann man jedoch noch weitergehen: Nutzer können Fragen zum Dokument stellen, selbst wenn sie das gesuchte Stichwort nicht kennen. Die KI kann zudem Inhalte zusammenfassen und Dokumentenarten automatisch erkennen und klassifizieren. Gerade bei umfangreichen Aktenbeständen ist dies eine enorme Arbeitserleichterung.
Um solche Funktionalitäten zu ermöglichen, muss die KI zunächst in die entsprechenden Prozesse und Tools eingebunden werden. Dabei geht es im Wesentlichen um die Integration eines Large Language Models (LLM), das eine Schlüsselrolle in der KI-Integration im Dokumentenmanagement spielt.
Drei Ansätze für die KI-Integration im Dokumentenmanagement
1. Anbindung an universelles LLM
Heute sehen wir als häufigste Form der KI-Integration im Dokumentenmanagement die Anbindung an ein großes, universelles LLM. Am bekanntesten sind dort vermutlich die verschiedenen GPT Versionen von Open AI. Doch gibt es mittlerweile auch viele weitere Anbieter mit leistungsfähigen Lösungen. Diese Form der KI-Integration ist für Unternehmen in der Regel mit dem geringsten Aufwand verbunden. Die Custom-GPT-Funktion erlaubt es inzwischen sogar Mitarbeitenden ohne Programmierkenntnisse, eigene KI-Modelle für spezielle Anwendungen erstellen zu lassen. Auch die Anbindung über die Programmierschnittstellen der großen LLMs ist nicht kompliziert. Die Abrechnung erfolgt dabei in der Regel anhand von so genannten Tokens, die Wortteile repräsentieren und jeweils einen bestimmten Betrag kosten. Dieser transparente Abrechnungsansatz ist ein weiterer Vorteil dieser Integrationsmethode.
Allerdings gibt es auch Nachteile: so gelten etwa für bestimmte Datenbestände sehr strenge Compliance-Anforderungen und es sind besondere Vorsichtsmaßnahmen bei der KI-Integration erforderlich. Nutzer müssen sich bewusst machen, dass eigene Daten unter Umständen für das weitere Training der Modelle verwendet werden. Grundsätzlich nützt das natürlich auch dem Anwender, allerdings kann es ohne weitergehende Vereinbarungen mit dem LLM-Anbieter zu Konflikten mit Regularien wie der DSGVO kommen. In diesem Fall lässt sich beispielsweise eine Vereinbarung schließen, die besagt, dass Daten nur mit Modellen verarbeitet werden, die in europäischen Rechenzentren gehostet und alle Daten nur innerhalb der EU verarbeitet werden.
Unternehmen, die noch einen Schritt weitergehen möchten, können Alternativen zu den großen Anbietern aus Übersee nutzen. Mit Mistral, natif, Parashift oder Aleph Alpha und weiteren existieren inzwischen bereits einige europäische KI-Angebote. Vertrauen zwischen den Geschäftspartnern spielt aber auch hier eine große Rolle und Unternehmen sollten stets Sorge dafür tragen, dass im Rahmen einer KI-Integration keine sensiblen Daten abhandenkommen.