Start Nachrichten DSAG Technologietage 2026: SAP KI Strategie rückt in den Mittelpunkt

DSAG Technologietage 2026: SAP KI Strategie rückt in den Mittelpunkt

Die Technologietage 2026 der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) vom 17. bis 18. März in Hamburg stehen unter dem Motto: Lights on Layers. Clarity-by-Design? Das Licht wird dabei auf drei zentrale „Schichten“ gelenkt: Künstliche Intelligenz, Daten und Sicherheit.

SAP KI Strategie
© Wirestock, istockphoto.co

Derzeit entstehen Technologien im Wochentakt. IT-Systeme kommunizieren miteinander über alle kontinentalen Grenzen hinweg. Datenmengen explodieren, die Risiken nehmen zu und alles wird gleichzeitig immer wichtiger. Orientierung entsteht, wenn SAP und die Anwenderunternehmen ihre Aufmerksamkeit noch stärker auf die Hebel richten, die den größten Einfluss auf ihre digitale Entwicklung haben. Im Zentrum steht dabei die SAP KI Strategie, die zunehmend an Bedeutung gewinnt. „Drei von diesen Hebeln betrachten wir als DSAG bei den Technologietagen 2026: Künstliche Intelligenz (KI), Daten und IT-Sicherheit. Diese drei Bereiche ordnen aktuell nicht nur den Technologiesektor neu, sondern die komplette Wertschöpfung“, sagt Stefan Nogly, DSAG-Fachvorstand Technologie.

SAP KI Strategie: KI als orchestriertes System

Künstliche Intelligenz ist ein zentraler Hebel, weil sie künftig jede Architektur und jede Business-Capability verändern wird. Richtig eingesetzt kann KI Entscheidungen beschleunigen, Prozesse verändern und Aufgaben erleichtern. Im Bereich der KI-Agenten wurden viele Lösungen angekündigt und auch umgesetzt. Aber oftmals werden diese in den Unternehmen noch nicht flächendeckend eingesetzt. SAP verfolgt die klare Strategie, die KI aus der Experimentierphase in die Unternehmensrealität und Geschäftsprozesse zu übertragen – ein Weg, den die DSAG ausdrücklich begrüßt. „In ein Multi-Agenten-System zu investieren, ist richtig, denn KI darf nicht nur eine lose Ansammlung von Use Cases sein, sondern muss als orchestriertes System entlang klarer Richtlinien funktionieren“, erläutert Nogly. Zudem ist es notwendig, Modelle unterschiedlicher Anbieter integrieren zu können und auch SAP-spezifische Modelle wie SAP-RPT1 zu haben, das strukturierte Geschäftsdaten nativ versteht. Das ist ein echter strategischer Vorteil.

„SAP hat den hohen Anspruch, dass KI Enterprise-ready sein soll. Dazu gehören nicht nur möglichst viele KI-Agenten. Auch Performance, Sicherheit, Compliance, Stabilität und Integration müssen weiterhin von Anfang an mitgedacht und garantiert werden“, fordert der DSAG-Technologievorstand. Während SAP bereits viele KI-Funktionalitäten geliefert hat, kommt es nun für SAP darauf an, den Unternehmen die Einführung und Nutzung von KI weiter zu vereinfachen.

SAP KI Strategie braucht Klarheit über zukünftige IT-Architekturen

Um den strategischen Hebel von KI optimal nutzen zu können, benötigen Unternehmen zudem Transparenz über ihre zukünftigen IT-Architekturen. In der Unternehmensrealität wird parallel zur SAP-Strategie in eigene KI-Lösungen investiert. Dies ist zum einen ein Zeichen dafür, dass sich manche Unternehmen noch in einer Experimentierphase befinden und zum anderen die Einstiegshürden von SAP für Unternehmen zu hoch sind.

Das zeigt sich auch im aktuellen Investitionsverhalten: Laut dem DSAG-Investitionsreport 2026 setzen die befragten DSAG-Mitgliederunternehmen bislang im KI-Bereich nur wenige KI-Use-Cases produktiv ein. Ein Grund dafür ist, dass die befragten Unternehmen noch keine SAP-Cloud-Anwendungen im Einsatz haben. „Darum brauchen die Unternehmen jetzt Klarheit über die zukünftigen Architekturen und Anwendungsszenarien. Gleichzeitig sind sie aber auch gefordert, gezielt, strukturiert und nachhaltig ihr eigenes KI-Know-how aufzubauen, um mit den rasanten Entwicklungen Schritt zu halten“, so Nogly.

KI, die stabil, integriert, regulierbar und skalierbar ist, kann den gewünschten Mehrwert für die Unternehmen schaffen. Zudem müssen SAP-KI-Lösungen, Produkte von Drittanbietern sowie kundenspezifische Erweiterungen eng zusammenspielen und betreibbar sein. Ausgangspunkte sind heute komplexe Lizenzmodelle und bestehende heterogene, teils stark individualisierte, Kundenlandschaften. Diese stellen derzeit eine Herausforderung für die breite Nutzung neuer KI-Innovationen dar. Hier müssen Unternehmen, Partner, DSAG und SAP Hand in Hand arbeiten, um individuelle Erweiterungen zu reduzieren und konsequent das Clean-Core-Prinzip verfolgen, sodass bestehende Systemlandschaften in die Cloud überführt oder mit Cloud-Erweiterungen modernisiert werden können.

Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren erheblich in die Entwicklung von SAP Fiori Apps investiert, um individuelle Prozessanforderungen effizient abzubilden. Diese Lösungen sind tief im Tagesgeschäft verankert, langfristig ausgelegt und erfordern einen Investitionsschutz. „Während SAP mit Joule eine neue Generation der Benutzeroberfläche vorantreibt, ist für unsere Mitglieder entscheidend, dass bestehende Umgebungen weiterhin vollwertig unterstützt und strategisch abgesichert bleiben”, sagt Nogly. SAP hat zugesichert, bestehende Fiori-Landschaften langfristig zu unterstützen.


📥 Vertiefung

SAP-Guide-2026IT-Matchmaker® Guide SAP-Lösungen 2026

Welche SAP-Partner passen zur eigenen Transformationsstrategie?
Welche Schwerpunkte setzen Anbieter bei S/4HANA, Cloud oder KI?

Der neue IT-Matchmaker® Guide SAP-Lösungen 2026 bietet Marktüberblick, Anbieterprofile und Entscheidungshilfen für Unternehmen im DACH-Raum.

Jetzt kostenfrei herunterladen


Datenmanagement als strategisches Handlungsfeld

Der Erfolg von KI hängt entscheidend von einer konsistenten Datenbasis ab, was Datenmanagement zu einem strategischen Handlungsfeld werden lässt. Das Fundament für die Harmonisierung von SAP-Daten und ihre Integration mit Drittquellen hat SAP mit der SAP Business Data Cloud (BDC) gelegt. Damit die BDC ihre Wirkung als einheitliche Datenplattform in den Unternehmen entfalten kann, muss die BDC kontinuierlich weiterentwickelt werden, um ihre Rolle als transparente und anschlussfähige Datenschicht zu stärken.

Dem stehen die oft noch fragmentierten IT-Landschaften bei Unternehmen im Weg. „Abhilfe schaffen mehr vorgefertigte, dokumentierte Datenprodukte mit Kontrolle über die Domänen durch den Anwender plus praxisorientierte und vordefinierte Schulungs- und Governance-Pakete. Auch brauchen die Unternehmen eine klare Katalogisierung der Datenprodukte sowie ein Mapping zwischen kundenspezifischen Strukturen und Standardprodukten“, so Nogly. Die Abbildung einer modernen Data Governance stellt sicher, dass Datensilos, redundante Strukturen und unterschiedliche Interpretationen von Begriffen und Kennzahlen aufgelöst werden. Hier kann die SAP BDC wirksam unterstützen, damit KI durch KI-Agenten, moderne Analytics-Funktionen und intelligente Prozesse nutzenstiftend eingesetzt werden kann.

Security als kontinuierlicher Prozess

Neben KI-Innovationen und einer gesunden Datengrundlage benötigen Unternehmen sichere und resiliente Prozesse. Die IT-Sicherheit bildet die Grundlage für die zuverlässige und verantwortungsvolle Nutzung von Cloud und KI sowie den Zugriff auf Daten. Hier muss klar sein, dass KI auch auf der Seite von Angreifern genutzt werden kann und so das Sicherheitsrisiko steigen lässt. Security ist eine Haltung, die sich durch Standards, Messbarkeit sowie einen klaren Prozess mit gelebten Abläufen und fortlaufendem Enablement zeigt. „Mehr Daten, mehr autonome Systeme und der Einsatz von KI vergrößern die Angriffsfläche, die Komplexität und den Anspruch an die Resilienz. Im Rahmen der Datenstrategie geht es um Data-Ownership und die nachvollziehbare Herkunft der Daten. Das dafür notwenige Betriebs- und Governance-Modell haben viele Unternehmen noch nicht verinnerlicht“, sagt Nogly.

Dabei sind die technischen Funktionen aus DSAG-Sicht nicht alles. Darüber hinaus braucht es wie erwähnt Enablement, Best Practices und Referenzartefakte, die es den Unternehmen ermöglichen, Governance nicht nur zu definieren, sondern zu leben. Im Kontext der SAP-KI-Strategie müssen die Unternehmen verstehen, wie KI-Agenten arbeiten, welche Daten sie nutzen und welche Richtlinien und Heuristiken Entscheidungen steuern. „In einer KI-getriebenen Welt brauchen wir transparente Entscheidungswege, klar definierte Freigaben und eine Vertrauen schaffende Nachvollziehbarkeit, sowohl technisch als auch regulatorisch“, fasst Nogly zusammen.

Transformation – Klarheit, Orientierung und Unterstützung auf allen Ebenen

Das Innovationstempo von SAP in den Bereichen Cloud, KI und Analytics ist hoch und stellt Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen. Viele befinden sich noch in der Einführung neuer Cloud‑Technologien und benötigen weitere Orientierung, sonst wächst die technologische Distanz zwischen SAP und Unternehmen.

Um Transformationen und Innovationen zeitnah umsetzen zu können, helfen die Enablement-Programme für SAP-Lösungen – und ein weiterer Ausbau dieser Angebote würde von der DSAG sehr begrüßt werden. „Wichtig sind dedizierte Förderprogramme, Migration-Toolkits und noch praxisnähere Referenzarchitekturen für hybride Szenarien. Wir arbeiten mit SAP daran, Meilensteine für Unternehmen zu definieren, damit sie den Aufwand abschätzen und einplanen können“, so Nogly. Die DSAG-Mitgliedsunternehmen können in diesem Zusammenhang ebenfalls ihre Stärken ausspielen, mit kontinuierlichem, praxisnahem Feedback an SAP zum konkreten Bedarf. Als konstruktive Grundlage für Roadmaps – von der Produktstrategie bis zur Preispolitik.

DSAG-Academy unterstützt im Wandel

Eine zentrale Rolle bei der Unterstützung der SAP-Anwender im Umgang mit den Innovationen und Herausforderungen kommt der Community in der DSAG zu. Die verschiedenen Gremien erarbeiten kontinuierlich fachliche Empfehlungen und bieten zahlreiche Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch. Mit der DSAG-Academy gibt es zusätzlich ein spezifisches Enablement-Angebot, das vor allem die Themen KI, Daten und Security mit praxisorientierten Qualifizierungsformaten wirksam unterstützt.

„Innovation entfaltet ihren Wert erst dann, wenn sie in den Unternehmen beherrschbar umgesetzt werden kann. Enablement ist deshalb kein begleitendes Nice-to-have, sondern eine strategische Voraussetzung für erfolgreiche Transformation. Die DSAG-Academy soll hier schrittweise als praxisnaher Kompetenzhub weiterentwickelt werden – von der Architektur über Governance bis zur operativen Implementierung“, erklärt der DSAG-Technologievorstand.


Der Experte

Stefan Nogly ist DSAG-Fachvorstand Technologie.