Lange Zeit galten Drohnen nur als Spielzeug für Modellflug-Enthusiasten und Action-Filmer. Mittlerweile heben die Flugroboter aber auch im Geschäftseinsatz ab. Anwendungsbeispiele zeigen, dass Drohnen nicht nur ihr Business-Versprechen einlösen, sondern auch Leben retten.


DRAMATISCHE RETTUNGSAKTION: Zwei Bergsteiger sitzen nach einem Absturz auf einem schwer zugänglichen Felsvorsprung fest. Helikopter können die Verletzten nicht erreichen. Die Bergwacht braucht Stunden, um zu ihnen vorzudringen. Die beiden Kletterer benötigen dringend Medikamente und Verbandsmaterial für die Erstversorgung. Ohne diese können sie nicht überleben. Rettung naht: Eine Drohne landet auf dem Felsplateau und versorgt die Verletzten mit dem Benötigten. Die zwei Gipfelstürmer überleben.

Drohnen retten Leben

Dass das beschriebene Szenario kein Wunschdenken mehr darstellt, zeigt das HiRO (Health Integrated Rescue Operations) Drone System (siehe Video). Es liefert an Verletzte einen Erste-Hilfe-Kasten aus, der neben Arznei- und Verbandmittel auch eine mobilfunkfähige Google Glass-Smart-Brille enthält. Dieses überträgt Live-Bilder an einen Arzt, anhand dieser die Art der Verletzungen feststellen kann. Das ermöglicht ihm, den Verletzten oder einer unverletzten Person neben diesem Behandlungsanweisungen zu geben.

 

Drohnen haben so längst bewiesen, dass sie nicht nur ein Spielzeug für Modellflug-Liebhaber sind. Auch wenn die Paketzustellung oder die Überwachung von Hochspannungsmasten mit Hilfe von Drohnen noch nicht flächendeckend zum Einsatz gelangt, zeigen erste Anwendungsbeispiele, dass der Geschäftseinsatz der Flugroboter keine Utopie mehr ist. Die Bedarfsgüter-Kette 7-Eleven testete beispielsweise mit dem Drohnen-Dienstleister Flirtey, die Zustellung von heißen und kalten Lebensmitteln bis zur Haustür. Die Bestellung erfolgt dabei mittels einer für diesen Zweck entwickelten App.

Proof-of-Concept-Lösung für die Instandhaltung

©IFS

Der Anbieter von Software für die Unternehmenssteuerung IFS hat eine Proof-of-Concept-Lösung für die Instandhaltung vorgestellt, die Drohnen-Technologie in die Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Suite IFS Applications integriert.

Konzipiert und realisiert hat die Machbarkeitsstudie das IFS Labs, der Think Tank von IFS. Die IT-Lösung verbinde eine Drohne so mit IFS Applications, dass automatisch Arbeitsaufträge generiert werden könnten, während das Fluggerät Anlagen inspiziert.

Die Drohne nutze computergestützte Bild-Analysen und könne damit Unterbrechungen in Stromleitungen erkennen. In solch einem Fall werde ihre Beobachtung über den IFS IoT Business Connector automatisch in IFS Applications registriert. Der Endanwender habe dann die Möglichkeit, die Beobachtungen der Drohne in IFS Lobby zu analysieren und zu verarbeiten. Dort stünden ihm Querverweise zu weiteren Informationen wie Geodaten oder Kundenfeedback zur Verfügung, so dass er die entsprechenden Instandhaltungs- und Reparatur-Arbeiten in die Wege leiten könne. „Die Drohnen-Technologie bietet ein enormes Potenzial. Mit unserer Machbarkeitsstudie haben wir demonstriert, dass IFS Unternehmen dabei helfen kann, einen echten Mehrwert aus Innovationen zu ziehen und ihr Geschäft damit digital zu transformieren“, resümiert IFS Labs Director Bas de Vos.

Luft-Shuttle verbindet Firmenstandorte

Die schweizerische Post will erstmals Transporte mit Drohnen durchführen. Eine allgemeine Zustellung mit Fluggeräten ist derzeit allerdings nicht vorgesehen. Stattdessen sollen in einem ersten Anlauf die beiden Standorte eines Firmenkunden über ein Luft-Shuttle verbunden werden. Die Post in der Schweiz experimentiert seit 2015 mit Drohnentransporten . Die aktuellen Modelle könnten Lasten bis zu 5 kg aufnehmen und haben eine Reichweite von maximal 20 km. Dabei erreichen sie eine Geschwindigkeit von 60 km/h.

In Deutschland sind Drohnen bei DHL bereits seit 2013 in der Erprobung. Im Rahmen eines Forschungsprojekts wurde 2016 im bayerischen Reit im Winkel und auf der Winkelmoosalm ein neuartiger Typ von Paketkopter getestet, der sich an speziellen Packstationen, sogenannten Parcelcopter SkyPorts , selbstständig be- und entladen kann. Im Versuchsbetrieb legten die Geräte den Angaben zufolge eine etwa 8 km lange Strecke zurück und überwanden dabei in acht Minuten 500 Höhenmeter. Ein Transport mit dem Auto hätte dagegen im Winter etwa 30 Minuten gedauert.

DPDgroup nimmt Linienbetrieb mit Drohnen auf

Der Flug der Drohnen wird von einem Kontrollzentrum überwacht (Foto: DPD)

Der französische Paketpostzusteller DPDgroup, der in Deutschland mit der Marke DPD aktiv ist, hat den nach eigenen Angaben weltweit ersten Linienbetrieb mit Drohnen aufgenommen. Einmal pro Woche verkehre nun ein unbemanntes Flugobjekt zwischen Saint-Maximin-La-Sainte-Beaume und einem Startup-Zentrum im benachbarten Pourrières in der südfranzösischen Provence. Die Entfernung zwischen den beiden Orten beträgt rund 15 km, die die Drohne laut der DPDgroup vollständig autonom zurücklegt. Dabei erreiche sie eine Geschwindigkeit von 30 km/h und befördere Pakete bis zu einem Gewicht von 3 kg. Der Flug werde von einem Kontrollzentrum überwacht.

Ob die Rentiere des Weihnachtsmanns bereits 2017 in den Ruhestand gehen können, steht trotz der vielversprechenden Tests, noch  nicht fest. Laut einer Umfrage unter IT-Entscheidern glauben aber über die Hälfte (51%) der Befragten, dass die Zustellung der Geschenke künftig durch Drohnen erfolgen wird – Amazon testet das jedenfalls bereits.

hei


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