Modulare Netzwerke, Multisourcing, Nearshoring, strategische Lagerhaltung, Risikomanagement, Echtzeit-Simulationen und Cyberresilienz – diese Trends beeinflussen im kommenden Jahr die Lieferketten. Ein Treiber dafür sind intelligente IT-Systeme.

Supply-Chain-Trends 2026: In der Supply Chain nimmt Künstliche Intelligenz bald eine Schlüsselrolle ein. Agentische IT-Systeme analysieren Daten in Echtzeit, steuern operative und strategische Entscheidungsprozesse und automatisieren das Sourcing. Unternehmen steigern dadurch ihre Effizienz und mindern zudem Risiken.
Parallel dazu rückt das Thema Diversifizierung in den Fokus. Geopolitische Spannungen, regulatorische Anforderungen und ein volatiler Markt führen dazu, dass Unternehmen ihre Beschaffungsstrategien neu ausrichten und verstärkt auf Multi-Sourcing sowie Nearshoring setzen, um flexibler und unabhängiger zu agieren.
REMIRA, Anbieter für Softwarelösungen im Bereich Supply Chain und Omnichannel Commerce, sieht noch sechs weitere Supply-Chain-Trends 2026, die die Lieferketten beeinflussen.
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1. Cloud-basierte Integration und intelligente IT-Agenten
Künstliche Intelligenz unterstützt mittels Agenten die Planungs- und Entscheidungsprozesse. Unternehmen konsolidieren hierzu Daten via Middleware, Data Warehouses oder Data Lakes. Ziel ist es, durch Cloud-Technologien Sicherheit, Effizienz und Echtzeit-Zugriff zu gewährleisten.
2. Diversifizierung durch Nearshoring
Um geopolitischen Risiken sowie Tarif‑ und Transportkosten besser zu begegnen, verstärken Unternehmen Multi‑Sourcing‑Strategien. Dabei setzen sie vermehrt auf regionale Lieferanten.
3. Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Transparenz
Environmental, Social and Governance (ESG) sowie Transparenzpflichten rücken stärker in den Fokus. Nachhaltigkeit, ethische Arbeitsbedingungen und CO₂-Reporting entwickeln sich zu entscheidenden Kriterien bei der Auswahl von Lieferanten.
4. Modulare Liefernetzwerke
Flexible, rekonfigurierbare Netzwerke mit regionalen Puffern ermöglichen eine schnelle Reaktion auf Störungen in der Lieferkette.
5. Strategische Lagerhaltung
„Just‑in‑Case“ statt „Just‑in‑Time“: Vor dem Hintergrund zunehmender Volatilität bauen Unternehmen verstärkt Sicherheitsbestände auf, um Lieferengpässe besser abzufedern.
6. Risikomanagement vor Kostenoptimierung
Produktion und Beschaffung werden näher an die Konsumenten verlagert – damit rückt das Risikomanagement stärker in den Fokus als die reine Kostenoptimierung.
7. Sales and Operations Planning mit Echtzeit‑Simulation
Grundlegende Digitalisierung, Integration und Harmonisierung von Organisation und End-to-End-Prozessen schaffen die Basis für effiziente und nachhaltige Lieferketten – unterstützt durch präzise Szenarien-Analysen.
8. Planung & Prognose mit Künstlicher Intelligenz
Um die Qualität von Bedarfsprognosen zu steigern, analysieren Logistikplaner mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz externe Einflussfaktoren wie beispielsweise Indexe.
9. Cybersecurity & Resilienz
Angesichts wachsender Cyber‑Bedrohungen wird die IT‑Sicherheit entlang der Supply Chain zur strategischen Priorität.
10. Mehr Automatisierung am Arbeitsplatz
Durch das Automatisieren von repetitiven Planungsaufgaben mittels Künstlicher Intelligenz definieren Unternehmen ihre Arbeitsweisen neu. Um dieses Optimierungspotenzial zu heben, qualifizieren sie ihre Mitarbeiter in Sachen intelligenter Software.
„Die Lieferketten stehen vor einem durchdringenden Paradigmenwechsel“, prognostiziert Birger Klinke, Vice President Sales Supply Chain bei REMIRA. „Die Globalisierung wird zunehmend durch Lokalisierung abgelöst. Unternehmen verlagern ihre Produktion näher an die Absatzmärkte, um Risiken zu reduzieren und Lieferketten robuster zu gestalten. Gleichzeitig steigen Lagerbestände, um der Volatilität des Marktes entgegenzuwirken.“
Das Harmonisieren von Sales- und Operations Planning mit Echtzeit-Simulationen gewinne an strategischer Bedeutung, da präzise Szenario-Analysen eine proaktive Steuerung sowie einen nachhaltigen Ressourceneinsatz ermöglichen. Darüber hinaus optimiere Künstliche Intelligenz die Prognosen entlang der gesamten Lieferkette unter Berücksichtigung diverser Einflussfaktoren wie Markt-Indexe, Zölle oder Energiepreise. „Eine präzise Steuerung ist für Unternehmen branchenübergreifend entscheidend – sowohl für ihre kurzfristige Wettbewerbsfähigkeit als auch für ihre mittel- bis langfristige Existenz“, erläutert Klinke. Da die Cyberangriffe zunehmen, werde auch die IT-Sicherheit zu einem Erfolgsfaktor in der Logistik. „Unternehmen investieren in Cyber-Resilienz, um ihre Netzwerke und Daten zu schützen.“ Jürgen Frisch


