Startseite Ratgeber 5 IT-Trends für das Jahr 2023

5 IT-Trends für das Jahr 2023

Der Fachkräftemangel hat die Tech-Branche weiterhin fest im Griff. Gleichzeitig ist die wirtschaftliche Lage angespannt. Trotzdem müssen Unternehmen mit ihrer Digitalisierung voranschreiten. Der Opensource-Spezialist Cloudera blickt ins neue Jahr.

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Quelle: Galeanu Mihai | www.istockphoto.com

An Herausforderungen für IT-Professionals mangelt es auch im neuen Jahr nicht. Eine wichtige Rolle für den Erfolg von Unternehmen spielt die Fähigkeit, Daten auszuwerten und zu nutzen. Benjamin Bohne, Group Vice President Sales CEMEA bei Cloudera, prognostiziert fünf Trends für das kommende Jahr. So erleichtern Datenplattformen die Weiterbildung von Mitarbeitern, und einige Kunden von Hyperscalern dürften enttäuscht werden.

1. Upskilling wird für Unternehmen überlebenswichtig

Der Fachkräftemangel hat sich im vergangenen Jahr weiter zugespitzt und ein Ende des Trends ist nicht in Sicht. Wie der Branchenverband Bitkom in einer aktuellen Studie feststellt, fehlen in Deutschland über alle Branchen hinweg derzeit 137.000 IT-Fachleute. Stellen bleiben im Schnitt sieben Monate unbesetzt, was nicht nur Digitalisierungsprojekte ausbremst, sondern im Ernstfall ganze Unternehmen gefährdet. Dadurch haben es Unternehmen schwer, IT-Experten und andere qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Da es auch zu wenig Hochschulabsolventen mit spezialisiertem Daten-Know-how gibt, ist es von entscheidender Bedeutung, die bestehende Belegschaft besser zu qualifizieren. Die eigenen Mitarbeiter werden zum wichtigsten Asset. So entwickeln sich Weiterbildungs- und Umschulungsprogramme sowie Trainings und Professional Services in den kommenden Jahren zum Schlüssel für künftiges Wachstum und Entwicklung.

2. Technologie wirkt dem Fachkräftemangel entgegen

Um das Recruiting zu erleichtern und die Personalabteilung zu entlasten, setzen Unternehmen verstärkt auf standardisierende Tools und Automatisierungstechnologien bei der Auswahl der Bewerber. Eine wichtige Rolle spielen dabei Künstliche Intelligenz, beispielsweise durch IT-gesteuertes Targeting. Darüber hinaus unterstützen Künstliche Intelligenz und Machine Learning die Unternehmen, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Indem die Technologien zeitaufwändige Standard-Tätigkeiten übernehmen, gewinnen Mitarbeiter mehr Freiraum für komplexere Aufgaben. Die Cloudera-Studie Limitless – The Positive Power of KI zeigt: 80 Prozent der Wissensarbeiter gehen davon aus, dass Künstliche Intelligenz und Machine Learning ihnen die Arbeit erleichtern.

3. Föderierte Datenplattformen rücken in den Fokus

Ähnlich wie beim europäischen Cloud-Projekt Gaia-X erwartet Cloudera auch im Bereich der Datenplattformen Initiativen, die einen gemeinschaftlichen, sicheren Ansatz verfolgen. An Gaia-X arbeiten mehrere Länder zusammen, um Rahmenbedingungen für eine souveräne europäische Dateninfrastruktur aufzubauen und Innovationen zu schaffen. Ein föderiertes System ist keine einzelne Cloud, sondern verbindet viele Cloud-Anbieter und -Nutzer in einer transparenten Umgebung miteinander. Die Idee dahinter ist, die derzeitige Abhängigkeit von Cloud-Hyperscalern zu verringern. Organisationen wie der National Health Service, das Gesundheitssystem in Großbritannien und Nordirland, haben bereits Pläne zur Entwicklung einer föderierten Datenplattform vorgestellt, um große Datenmengen über mehrere Plattformen hinweg zu verwalten. Ein Unified-Data-Fabric-Ansatz zur intelligenten und sicheren Bereitstellung unterschiedlicher Datenquellen ist im Grunde ein föderiertes Datenmanagement-System im großen Stil. Indem es im Self-Service-Zugriff auf Daten bietet – ganz gleich ob On-Premises oder in verschiedenen Clouds –, unterstützt es Unternehmen dabei, die Herausforderungen beim Umgang mit Daten zu meistern.

4. Ernüchterung bei Hyperscaler-Nutzung

Die digitale Transformation ist ein Muss für alle Unternehmen, die ihre operative Agilität steigern, Innovationen vorantreiben und die Customer Experience verbessern wollen. In der Vergangenheit haben viele Entscheider auf die Hyperscaler gesetzt und Milliardenverträge mit einer Laufzeit von drei bis fünf Jahren abgeschlossen. Nach und nach macht sich Ernüchterung breit. Unternehmen stellen fest, dass der gewählte Weg teuer ist und der Return on Investment deutlich später eintritt als erwartet. Sie entwickeln ein neues Bewusstsein für hybride Ansätze und erkennen, wie wichtig es ist, dass man Daten wieder aus einer Cloud zurückholen kann. Nicht zuletzt geht es auch um die Fähigkeit, flexibel auf Ereignisse zu reagieren, die außerhalb der eigenen Kontrolle liegen – zum Beispiel, wenn sich Datenschutzrichtlinien ändern und Unternehmen diese umsetzen müssen. Cloudera erwartet daher, dass Kunden nach Alternativen zu Hyperscalern suchen. „Wir befinden uns ganz oben an der Kurve eines Hype-Zyklus“, erläutert Cloudera-Vice President Benjamin Bohne und bezieht sich dabei auf die Methodologie von Gartner. „In den kommenden beiden Jahren werden wir den Scheitelpunkt überschreiten, sodass Hyperscaler auf den Tiefpunkt zusteuern und zunehmend unter Druck geraten, da Kunden eine Amortisierung ihrer Investitionen erwarten.“

5. Die Tech-Branche wird sich weiter konsolidieren

Unternehmen wollen ihre Prozesse weiter vereinfachen. „Anstatt mit vielen verschiedenen Herstellern wollen sie lieber mit Partnern zusammenarbeiten, die mehrere Services aus einer Hand anbieten“, berichtet Bohne. „Der Technologiesektor wird sich daher 2023 weiter konsolidieren. Zahlreiche Anbieter verlieren gerade rasant an Marktwert. “ Viele kleinere und neu gegründete Unternehmen seien bald reif für eine Übernahme, weil sie seit ihrem Börsengang an Wert verloren haben. Wer Synergien mit kleineren Unternehmen und Start-ups entwickle, um sein Produktportfolio zu erweitern, könne sich dadurch Vorteile verschaffen. Jürgen Frisch


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Quelle: studio v-zwoelf | Adobe Stock

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