Start Software und Technologie Via No-Code digitalisieren Soldaten Abläufe selbst

Via No-Code digitalisieren Soldaten Abläufe selbst

„Zeitenwende“ nennt sich die Initiative zum Ausbau der Bundeswehr. Es geht dabei nicht nur um Waffen. Beim Digitalisieren von Abläufen sind Self-Service-Initiativen im Low-Code-Ansatz agiler als Großprojekte des hauseigenen IT-Systemhauses mit hohem Verwaltungsaufwand.

Low-Code
Quelle: ©gorodenkoff | istockphoto.com

Low-Code-Digitalisierung in der Bundeswehr: Wer nicht digitalisiert, der verliert. Das gilt sowohl für Unternehmen als auch für die Bundeswehr. Die Schlagkräftigkeit der Truppe hängt mehr denn je von vernetzten Waffensystemen, sicherer Kommunikation sowie effizienten Abläufen auch in der Verwaltung ab. Nun laufen in vielen Bereichen längst Projekte und Initiativen. Bei der Digitalisierung ihrer Fachverfahren könnte die Bundeswehr allerdings deutlich mehr tun.

Bislang liegt der Fokus vornehmlich auf großen Programmen wie etwa Bereitstellen eines digitalen Arbeitsplatzes oder einer digitalen Gesundheitsakte für Soldatinnen und Soldaten. Kleine Projekte, die für eine Einheit oder einzelne Teams wichtig sind, haben hingegen nur selten Priorität und werden auf die lange Bank geschoben. Die Verzögerungen betragen dabei nicht selten mehrere Jahre. Dabei könnten diese Kleinprojekte die Zahl der Papierformulare deutlich reduzieren und Soldaten, Bundeswehrbeamte sowie zivile Angestellte von „Drehstuhlaktivitäten“ befreien. Gemeint ist das simple Weiterleiten von Informationen an andere Stellen und das händische Übertragen von Daten in andere Systeme.

Von Beschaffen und Verteilen bis zum Personalmanagement

All die kleinen Abläufe in der militärischen Verwaltung, die viel Zeit fressen und sich gut automatisieren lassen, binden gemessen an heute verfügbarer Technologie unnötig Ressourcen und bremsen die Streitkräfte aus: beim Beschaffen von Ausrüstung, beim Verteilen von Material, beim Organisieren des Nachschubs und beim Personalmanagement. Für eine Bundeswehr, die perspektivisch wachsen soll und die in den kommenden Jahren mehr Geld für IT- und Beschaffungsprojekte zur Verfügung hat, sind das keine guten Voraussetzungen. Schließlich stehen in der Verwaltung und in der IT nicht notwendigerweise mehr Kräfte zur Verfügung. Diese unterstützenden Funktionen sollen zudem nicht linear mit der kämpfenden Truppe mitwachsen, sondern müssen (zeit-) effizienter werden. Auch kleine Digital-Tools fördern dieses Ziel und setzen Personal für sinnvollere Aufgaben als das Ausfüllen und Herumtragen der bis heute existierenden Laufzettel frei.

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Artikel
ERP-Lösungen auf Low-Code-Basis
Autor: Udo Hensen, GEBRA-IT GmbH
Erschienen: 2023-10-18
Schlagworte: Cloud, Digitale Transformation, ERP, ERP-Projekt, Low-Code
Wer den Begriff „Low-Code“ hört oder liest, wird entweder aufhorchen oder fragend blicken. Diejenigen, die aufhorchen, wissen bereits, dass sich hinter „Low-Code“ eine mögliche Revolution in der Softwareentwicklung versteckt. In dem folgenden Artikel wird ihnen der Low-Code-Ansatz näher gebracht und gezeigt, wie man damit die nächste Evolution anstoßen kann: Die Entwicklung einer flexiblen, maßgeschneiderten und passgenauen ERP-Lösung auf Basis von Low-Code anstelle der veralteten Legacy-Software.
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Low-Code-Digitalisierung in der Bundeswehr als Alternative zu Großprojekten

Nun stellt sich die Frage, wie die Bundeswehr solche hilfreichen Tools und Automatismen umsetzen kann, die im einfachsten Fall Daten abgleichen oder Personen benachrichtigen. Für das hausinterne IT-Systemhaus BWI und die vielen externen Digitalisierungspartner sind solche Projekte angesichts des notwendigen Verwaltungsaufwands viel zu klein. Besser ist es, die Eigenleistungsfähigkeit der Einheiten oder Fachverantwortlichen zu stärken, damit sie ihre Digitalisierung zumindest in einem gewissen Rahmen selbst vorantreiben. Das ermöglicht Verbesserungen von innen heraus. Wer eine gute Idee hat, wie sich ein Prozess optimieren lässt, der kann die Umsetzung weitgehend ohne Unterstützung durch professionelle Entwickler übernehmen. Ändern sich Anforderungen oder Prozesse, lassen sich die Tools und Automatismen ohne großen Aufwand anpassen und erweitern. Unabhängig davon, ob ein Dienstleister gerade Zeit hat.

Auch Low-Code-Systeme brauchen eine Schulung

Der Schlüssel für mehr Eigenleistungsfähigkeit sind zum einen Technologien wie Low-Code und No-Code, mit denen sich digitale Abläufe ohne Programmierung aus beispielsweise fertigen Templates und Software-Bausteinen erstellen lassen. Unbedingt notwendig ist darüber hinaus eine Schulung der Fachverantwortlichen, die diese Technologien nutzen sollen. Für beides werden, zumindest in der Anlaufphase, die Spezialisten der BWI benötigt. Sie müssen die Plattformen und ein Basisfundament aus Komponenten bereitstellen – etwa für Bedienoberflächen, Formulare, die Integration von Backend-Systemen, das Verschicken von Benachrichtigungen und die Abfrage von Zugangsberechtigungen. Und sie müssen die Rahmenbedingungen für die Arbeit mit den Plattformen vorgeben und die Anwender schulen.

Zwei Erfolgsfaktoren sind dabei nicht zu unterschätzen: Erstens geht es darum, die Truppe nicht nur zu befähigen, sondern Gemeinschaften aufzubauen, in denen sich die Nutzer der neuen Plattformen austauschen können. Die Gemeinschaften bieten Unterstützung, machen Erfolge sichtbar und sorgen für Motivation und Inspiration. Zweitens, sollte sich die Bundeswehr nicht auf ein einzelnes Low-Code- oder No-Code-System beschränken. Die am Markt verfügbaren Lösungen haben sehr individuelle Stärken und müssen je nach konkretem Anwendungsfall ausgewählt werden. Wichtig ist, sich für Anwendungen zu entscheiden, die integrationsfähig und flexibel sind und die gut skalieren. Ziel ist es, die selbst entwickelten Tools bei Bedarf in weiteren Einheiten auszurollen oder miteinander zu verknüpfen. Die Anwendungen laufen entweder lokal oder in der BWI-Infrastruktur. Das ist eine Frage der digitalen Souveränität, die zur Einsatzfähigkeit dazugehört.

Self Service als Ausweg aus dem Projektstau

Die Fähigkeit zur Eigenleistung dürfte für die Bundeswehr ein Digitalisierungsturbo sein. Im Self-Service können die Einheiten nämlich die kleinen Projekte, für die sonst die Ressourcen fehlen, oft in Tagen oder Wochen umsetzen, statt wie bisher in Monaten oder Jahren. Zu digitalisieren gibt es genug.Zu digitalisieren gibt es genug. Lassen wir die Soldaten, Beamten und zivilen Angestellten in der Verwaltung mit anpacken. Sie kennen ihre Fachverfahren besser als jeder Dienstleister. Die Low-Code-Digitalisierung in der Bundeswehr kann dabei zum entscheidenden Hebel werden, um Prozesse nachhaltig zu beschleunigen. jf


Der Autor

Fabian Kretschmer ist Strategic Account Executive – Defense & Public Sector Advisor bei Pegasystems.