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Technologie-Know-how reicht für CIOs nicht aus

Skills in der Mitarbeiterführung sind für IT-Leiter wichtiger als Technologie- und Wirtschaftswissen. Stellenausschreibungen und Personalberater fragen dennoch oft Technik-Know-how ab. Das zeigt eine Studie des Branchenverbands Voice und der Hochschule Koblenz.

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Quelle: gorodenkoff | istockphoto.com

Rollenwandel: „Viele Unternehmen haben die zentrale Rolle von IT- und Digitalisierung verinnerlicht. Deshalb geben Sie ihrem CIO mehr Freiräume“, berichtet Dr. Bettina Uhlich, Vorsitzende des VOICE-Präsidiums und CIO des Spezialchemieanbieters Evonik. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie, in der Voice gemeinsam mit der Hochschule Koblenz die Erfolgsfaktoren von CIOs untersucht hat. „Die CIOs nutzen die neue Freiheit, um Initiativen auf den Weg zu bringen und Innovationen zu etablieren.“

Als Gesamtverantwortlichen für die Ausgestaltung und Nutzung der Potenziale der Informationstechnologie müssen CIOs in der Digitalisierung nicht nur laufende Prozesse unterstützen, sondern auch neue Potenziale und Herausforderungen adressieren. Eine Studie der Hochschule Koblenz unter Leitung von Prof. Dr. Ayelt Komus aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften in Kooperation mit VOICE, dem Bundesverband der IT-Anwender e.V., hat untersucht, wie CIOs diese Herausforderung meistern und welche Faktoren ihren Erfolg befeuern.

CIOs werden vom Getriebenen zum Treibenden

14 verschiedene Thesen haben die Wissenschaftler im Rahmen dieser Studie analysiert. Zum Beispiel, ob die typischen CIOs männlich, alt und kommunikationsschwach sind, ob sie Innovationen vorantreiben oder zu sehr im Tagesgeschäft festhängen, oder ob sie generell Informatik studiert haben müssen. Während sich manche Vorurteile bestätigt haben, konnten einige Thesen widerlegt werden. Insgesamt zeigt die Studie IT-Leiter, die selbstbewusst ihr Tätigkeitsfeld im gesamten Unternehmen und nicht mehr so zentral in der IT-Abteilung sehen. „Der CIO hat sich in den vergangenen Jahren vom Getriebenen zum Treibenden entwickelt“, betont der Studienautor Dr. Komus, Professor für Organisation und Wirtschaftsinformatik und Leiter des Labors für Business Process Management an der Hochschule Koblenz. Wie ausgeprägt dieser Effekt ist, hänge von der jeweiligen Person und vom Unternehmen ab.

Um die Erfolgsfaktoren im Lebenslauf von IT-Verantwortlichen im Top Management herauszuarbeiten, beleuchtet die Studie sowohl die CIO- als auch die Unternehmensseite. Die zentralen Ergebnisse basieren auf dem Vergleich dieser beiden Perspektiven: So sind CIOs in der Tat hauptsächlich männlich und von ihrem Ausbildungshintergrund her eher technisch, mathematisch oder naturwissenschaftlich geprägt. Führungsqualitäten und Personal Skills halten IT-Leiter für erfolgskritischer als Technologie-, Betriebswirtschafts-, und Branchenverständnis.

Stellenanzeigen fragen nicht die richtigen Kompetenzen nach

In Stellenausschreibungen sowie von Personalberaterinnen und Personalberatern werden häufig noch technisch ausgebildete und orientierte Kandidaten gesucht. Die von Unternehmen nachgefragte und von den interviewten IT-Führungskräften durchlaufene Ausbildung mit ihren Schwerpunkten im technischen Verständnis entspricht demnach nicht den aktuellen Anforderungen und den Kompetenzen, die CIOs und Unternehmen in dieser Funktion als erfolgskritisch betrachten.

„Hält diese Diskrepanz zwischen Ausbildungsschwerpunkten und Anforderungsprofil an, können viele CIOs künftig den Erwartungen ihrer Unternehmen nur schwer entsprechen“, betont Komus, der sich als Vordenker zu agilen Methoden, Projektmanagement und Digitaler Transformation präsentiert. Aus seiner Sicht ist es wichtig, dass die Unternehmen konkretisieren, was sie von der CIO-Funktion erwarten, und diese Erwartungen dann als Anforderungen in Stellenausschreibungen und beim Headhunter-Briefing formulieren: „In unseren Gesprächen mit den Personalberatern drängte sich der Eindruck auf, dass Unternehmen, die noch keine stringente Digitalisierungsstrategie haben, auch keine klaren Anforderungen an CIOs formulieren. Das sollten sie möglichst schnell ändern.“

Die Studie steht kostenfrei zum Download unter www.process-and-project.net/studien sowie unter www.hs-koblenz.de/cio-studie zur Verfügung. Jürgen Frisch


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Quelle: studio v-zwoelf | Adobe Stock

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