Die SAP-Anwendergruppen aus DACH (DSAG), Nordamerika (ASUG), Großbritannien (UKISUG) und Japan (JSUG) haben im Juli und August 2025 eine gemeinsame Umfrage zum Einsatz von Cloud-Services durchgeführt. Die Befragung zeigt: Cloud-Lösungen gewinnen weiter an Bedeutung, doch hybride Architekturen dominieren – ein zentraler Befund für die laufende SAP Cloud Transformation.

Mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen setzen inzwischen Cloud-Lösungen für Anwendungen, Workloads oder Daten ein. Bei den DSAG-Mitgliedern sind es 76 Prozent, bei ASUG sogar 84 Prozent. Trotzdem dominieren weiterhin hybride Cloud-Landschaften: 78 Prozent der DSAG-Mitglieder nutzen eine Mischung aus On-Premises- und Cloud-Systemen – ein Hinweis darauf, dass die SAP Cloud Transformation im DACH-Raum eher schrittweise verläuft. „Der DACH-Raum zeichnet sich durch gewachsene On-Premises-Landschaften und ein starkes Bewusstsein für Investitionssicherheit aus“, erklärt Jens Hungershausen, DSAG-Vorstandsvorsitzender. „Das führt zu einer vorsichtigeren, aber nachhaltigen Cloud-Transformation.“
Moderater Einfluss der neuen Lizenzmodelle
Die geänderten SAP-Angebote RISE und GROW schaffen zwar erste Anreize, beschleunigen den Cloud-Wechsel aber nur begrenzt. Lediglich 10 Prozent der DSAG-Mitglieder erwarten dadurch einen grundsätzlich schnelleren Schritt in Richtung Cloud. Viele Unternehmen betreiben weiterhin stark individualisierte S/4HANA-On-Premises-Systeme. Hungershausen betont: „Damit sich mehr Kunden aktiv in Richtung Cloud bewegen, muss SAP attraktive Wege zu einer modularen Clean-Core-Landschaft aufzeigen.“
Hybride Strategien dominieren – Public Cloud bleibt Nische
Nur 1 Prozent der DSAG-Mitglieder setzt aktuell auf die Public Cloud, während die Private Cloud bei 7 Prozent genutzt wird. Datenschutz- und Sicherheitsbedenken spielen eine zentrale Rolle: 45 Prozent der DACH-Unternehmen äußern Sorgen beim Betrieb zentraler SAP-Workloads in der Public Cloud. Zudem befürchten 63 Prozent den Verlust von Systemanpassungen. Fast die Hälfte sorgt sich vor einer möglichen Abhängigkeit von einzelnen Anbietern.
S/4HANA: On-Premises stark, Private Cloud wächst
S/4HANA On-Premises bleibt mit 55 Prozent im DACH-Raum klar führend. Gleichzeitig zeigt die Private Cloud Edition Dynamik: 18 Prozent nutzen sie bereits, während 35 Prozent ihren Einsatz planen – also fast doppelt so viele wie heute. Die Public Cloud bleibt mit 4 Prozent weiterhin die Ausnahme.

Business Suite und Business Data Cloud: Informationsbedarf hoch
Erst 33 Prozent der Befragten fühlen sich mit der neu gestalteten SAP Business Suite vertraut. Noch deutlicher sind die Wissenslücken bei der SAP Business Data Cloud: Nur 15 Prozent geben an, sehr vertraut oder vertraut zu sein, während 31 Prozent keinerlei Kenntnisse haben.
Besonders häufig fehlen Informationen zur Integrationsfähigkeit, zu Lizenzmodellen und zu Unterschieden zu früheren SAP-Datenlösungen. Hungershausen fordert deshalb: „Die Business Data Cloud muss verständlich, zugänglich und offen gestaltet sein. Nur so entsteht ein echter Mehrwert für die gesamte SAP-Kundenbasis.“
Fazit: Hybride Zukunft – mit klarem Bedarf an Orientierung
Die Umfrage zeigt deutlich, dass Cloud-Szenarien weiter an Bedeutung gewinnen, hybride Architekturen aber auf absehbare Zeit dominieren werden. Bei S/4HANA zeichnet sich eine wachsende Verschiebung Richtung Private Cloud ab. Für die neue Business Suite und die Business Data Cloud bleibt jedoch entscheidend, dass SAP mehr Transparenz zu Roadmaps, Sicherheitsaspekten und konkreten Nutzen schafft – nur dann kann die SAP Cloud Transformation in den Unternehmen wirklich Fahrt aufnehmen.
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Der Experte
Jens Hungershausen
ist Vorstandsvorsitzender der DSAG.
Die Online-Umfrage zum Einsatz von Cloud-Services wurde im Juli und August 2025 unter den SAP-Anwendergruppen aus DACH, USA, Großbritannien, Japan und Australien durchgeführt. Aus der DACH-Region wurden 274 Teilnehmende registriert. 80 Prozent davon, haben ihren Hauptsitz in Deutschland. Die Top-fünf-Plätze der vertretenen Branchen bilden der Maschinen-, Geräte- und Komponentenbau, gefolgt von der Versorgungswirtschaft und dem Öffentlichen Sektor. Auf Rang vier folgen die Professionellen Dienstleistungen vor den Finanzdienstleistungen.



