Start Software und Technologie DSAG-Umfrage: Wohin sich HR-IT entwickelt

DSAG-Umfrage: Wohin sich HR-IT entwickelt

Die digitale Transformation der Personalarbeit schreitet voran – von der SuccessFactors-Migration über Künstliche Intelligenz bis hin zu neuen Anforderungen an Zeiterfassung und Datenstrategie. Das zeigt eine Umfrage der SAP-Anwendervereinigung DSAG.

SuccessFactors Migration: Die Personallösung SAP SuccessFactors ist in den IT-Roadmaps der befragten Unternehmen vielfach verankert. Viele Unternehmen treibt zudem gerade die Umstellung auf SAP HCM for S/4HANA um. Das sind zwei zentrale Ergebnisse der Umfrage nach den Herausforderungen, Trends und Lösungsansätzen für IT- und HR-Verantwortliche, welche die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe DSAG im Vorfeld der Personaltage 2026 vom 17.-18. Juni 2026 in Heidelberg unter ihren Mitgliedern durchgeführt hat.


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303 vollständig ausgefüllte Fragebögen hat die DSAG in der Online-Umfrage erhalten. 44 Prozent der Teilnehmer sind IT-Fachkräfte, 19 Prozent HR-Fachkräfte, 18 Prozent IT-Führungskräfte, 12 Prozent HR-Führungskräfte und 7 Prozent zählen sich zu „Sonstiges“. 53 Prozent arbeiten für Unternehmen mit 2.000 bis 20.000 Mitarbeitenden, 23 Prozent für Unternehmen mit 500 bis 2.000 Mitarbeitenden, 17 Prozent für Unternehmen mit mehr als 20.000 Mitarbeitern und 7 Prozent für Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern.

Die Ergebnisse zeigen, wie heterogen die Digitalisierung der Personalarbeit ausfällt: „Unsere Mitglieder loben die hohe Relevanz SAP S/4HANA HCM und SuccessFactors-Umstellungen sowie die Handlungsfelder bei der Digitalisierung von HR-Prozessen im Bereich Künstliche Intelligenz und Cloud“, fasst Hermann-Josef Haag, DSAG-Fachvorstand Personalwesen & Public Sector die Ergebnisse zusammen.

Auf die Frage, welche SAP-Systeme sie derzeit im HR einsetzen, benannten 71 Prozent der Befragten SAP ECC HCM On-Premises. 39 Prozent nutzen SAP SuccessFactors, 23 Prozent SAP S/4HANA HCM On-Premises und 9 Prozent SAP S/4HANA HCM Private Cloud. Mehrfachnennungen waren bei dieser Frage möglich.

SuccessFactors Migration 2026
Die On-Premises-Variante von SAP ECC HCM dominiert mit einem Anteil von 71 Prozent bei den Personalsystemen der befragten DSAG-Mitglieder. Auf Platz zwei folgt mit 39 Prozent SAP SuccessFactors.

HCM for S/4HANA dominiert die Transformation

Im Rahmen der Umfrage hat die DSAG auch mittels Freitext erhoben, in welchen Umstellungen sich die Unternehmen derzeit befinden und was sie planen. Das Gros der Anwender gab an, sich mit der Umstellung auf SAP S/4HANA HCM On-Premises oder Private Cloud zu befassen. Dies legt laut Haag nahe, dass viele Kunden dorthin migrieren, um ihre bisher getätigten Investitionen sowie den Core zu schützen: „Das bevorstehende Wartungsende der ERP-HCM-Lösungen zwingt Unternehmen dazu, mit zukunftssicheren Plattformen zu planen. Viele Betriebe stehen vor der Herausforderung, Datenmigration, Prozessharmonisierung und Hybrid-Strategien in Einklang zu bringen – bei gleichzeitigem Bedarf an Planungssicherheit und Ressourcen“.

Die Umstellung auf SAP S/4HANA HCM ist ein notwendiger Schritt, um Wartungssicherheit für bestehende Kernprozesse in der Personalarbeit zu gewährleisten. „Die reine Migration von SAP HCM nach SAP S/4HANA HCM ist technisch gut beherrschbar“, erläutert Haag. „Komplex wird die Transformation dort, wo Unternehmen die HR-Umstellung mit einem Greenfield-Ansatz für SAP S/4HANA, mit weiteren Modulen wie Finance oder mit der Einführung von SuccessFactors kombinieren.“ Viele Unternehmen entscheiden sich laut Haag daher für einen schrittweisen Ansatz: „Zunächst steht das Absichern der bestehenden IT-Landschaft durch SAP S/4HANA HCM im Vordergrund, zeitlich nachgelagert erfolgt das Modernisieren von Prozessen und Funktionen etwa über SuccessFactors.“ Damit Unternehmen diesen Weg planbar gestalten können, erwartet die DSAG von der SAP klare Roadmaps, Transparenz bei den Abhängigkeiten und verlässliche Migrationshilfen.


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SuccessFactors Migration zwischen Pflicht und Strategie

Danach befragt, welche Rolle SAP SuccessFactors in der HR-IT-Roadmap spielt, gaben knapp 4 Prozent an, diese Cloud-Lösung bereits vollständig implementiert zu haben, während knapp 40 Prozent sie teilweise eingeführt haben und 11 Prozent dies planen. Damit wird deutlich: Die SuccessFactors Migration ist für viele Unternehmen weniger eine Option als vielmehr ein strategischer Baustein der HR-Transformation. 28 Prozent der Befragten wollen SuccessFactors nicht einführen, 17 Prozent sind noch in der Evaluierung. „Viele Unternehmen sind zwar bereits erste Schritte in Richtung Cloud gegangen, aber dennoch bleibt die Realität stark von hybriden Szenarien geprägt“, ordnet Haag die Ergebnisse ein. „In der Personalwirtschaft ist die Cloud-Transformation ein aufwändiger Prozess, in dem Basisfunktionen, Integrationen und branchenspezifische Anforderungen sauber zusammenspielen müssen.“ Die DSAG erwartet deshalb, dass SAP klare Entwicklungs- und Integrationspfade für SuccessFactors, SAP S/4HANA HCM und hybride Architekturen aufzeigt.

Die Module von SuccessFactors kommen unterschiedlich häufig zum Einsatz: Besonders beliebt sind SAP SuccessFactors Recruiting (41 Prozent), Employee Central (39 Prozent), Learning (37 Prozent) sowie Performance & Goals (34 Prozent) – also jene Module, die im Alltag schnell Mehrwert bieten. Onboarding (26 Prozent) und Compensation (19 Prozent) folgen mit mittlerer Verbreitung. Payroll-nahe Module wie Employee Central Payroll (8 Prozent) oder Time Tracking (9 Prozent) werden trotz ihrer Bedeutung noch vergleichsweise zurückhaltend genutzt. Analytics-Funktionen wie Workforce Analytics (3 Prozent) oder Workforce Planning (2 Prozent) spielen bislang eine eher untergeordnete Rolle.

Interessant ist vor diesem Hintergrund SAPs Ankündigung, SmartRecruiters in das Portfolio von SAP SuccessFactors zu integrieren. Perspektivisch wird SmartRecruiters laut Haag SuccessFactors Recruiting ablösen. Anwender sollten sich daher bereits jetzt damit auseinandersetzen.

Die Top 5-Herausforderungen der Personalarbeit

Gefragt nach der Relevanz bestimmter Themen in der Personalarbeit benennen die Umfrageteilnehmer fünf Herausforderungen als relevant und sehr relevant:

  1. Digitale Personalprozesse & Self Services (74 Prozent)
  2. Migration von SAP ECC HCM auf SAP S/4HANA HCM (64 Prozent)
  3. Datenschutz und Compliance in SAP-HR-Systemen (55 Prozent)
  4. HR-Analytics und -Reporting (52 Prozent)
  5. Zeiterfassung & Arbeitszeitrecht (EuGH, NachweisG) (47 Prozent)

    Digitale Personalprozesse & Self Services sowie die Migration von SAP ECC HCM auf SAP S/4HANA HCM (H4S4) sind in der Personalarbeit aktuell wichtige Themen. SAP Business Data Cloud und SAP Datasphere spielen hier lediglich eine untergeordnete Rolle.

Auf die Frage, welche SAP-/HR-Trends die Arbeit in der Personalabteilung in den nächsten ein bis drei Jahren am stärksten beeinflussen, benennen 65 Prozent der Teilnehmer Künstliche Intelligenz. Auf den nächsten Plätzen folgen Automatisierung und Robotic Process Automation mit 53 Prozent sowie People-Analytics und Predictive HR mit 34 Prozent. Auch der Fachkräftemangel und die digitale Weiterbildung bleiben mit 50 Prozent ein wichtiges Handlungsfeld. Themen wie Low-Code/No-Code-Lösungen und Cloud-first-Strategien erreichen jeweils 24 Prozent, während lediglich jeweils 16 Prozent die Themen Nachhaltigkeit und das dazugehörige Reporting sowie SAP Business Data Cloud/SAP Datasphere der Befragten als Trends benennen.

„Künstliche Intelligenz, Automatisierung und People-Analytics werden in der Personalarbeit zu strategischen Hebeln“, berichtet Haag. „Das klappt nur dann, wenn diese Technologien sauber integriert sind, verantwortungsvoll eingesetzt werden und echten Nutzen für Mitarbeiter und das Unternehmen stiften.“ Damit die Kosten für den Einsatz kalkulierbar bleiben, erwartet die DSAG von der SAP klare Lizenzmodelle. Jürgen Frisch