Künstliche Intelligenz in der indirekten Beschaffung: Die Digitalisierung transformiert Unternehmen. Eine Schlüsseltechnologie hierbei ist Künstliche Intelligenz. Laut einer Umfrage des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik nutzen allerdings lediglich 23 Prozent der Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz diese Technologie im Einkauf. Dabei eröffnen sich gerade im indirekten Einkauf enorme Chancen, indem intelligente IT-Systeme die Beschaffungsprozesse optimieren und automatisieren.
Künstliche Intelligenz wird häufig als Wunderwaffe gehandelt. In der Praxis sind allerdings nur wenige Unternehmen gut genug vorbereitet, um aus dieser Technologie Mehrwert zu ziehen. Studien der IHK Heilbronn – Franken zeigen die Gründe dafür: Zu den größten Hürden zählen unklare rechtliche Rahmenbedingungen, mangelndes Fachwissen, datenschutzrechtliche Bedenken sowie unzureichende Verfügbarkeit und Qualität benötigter Daten.
Vier Fragen prüfen die Projektgrundlage
Im Procurement, insbesondere in der indirekten Beschaffung, bietet der Einsatz von Künstlicher Intelligenz zahlreiche Chancen. Bevor Unternehmen Künstliche Intelligenz implementieren, sollten sie sich vier zentrale Fragen stellen:
- Sind unsere Einkaufsprozesse klar definiert?
- Nutzen wir die Automatisierungsmöglichkeiten unseres ERP-Systems vollständig aus?
- Wie steht es um die unsere Daten-Qualität und -Verfügbarkeit?
- Haben wir die Digitalisierungspotenziale unserer aktuellen Beschaffungslösungen ausgeschöpft?
Ein weitgehend automatisiertes ERP-System sowie digitalisierte, integrierte Beschaffungslösungen bilden das Fundament für einen erfolgreichen Einsatz Künstlicher Intelligenz. Eng verzahnte Prozesse und ein durchgängiger Dokumentenfluss entscheiden über den langfristigen Erfolg. Idealerweise können Einkaufslösungen in Echtzeit auf relevante ERP-Daten zugreifen. Unternehmen müssen dabei sicherstellen, dass ihre Daten stets zentral verfügbar, digitalisiert und aktuell sind. Ebenso wichtig sind klar definierte Einkaufsrichtlinien, die standardisierte Prozesse ermöglichen und sogenanntes „Maverick Buying“ – also unautorisiertes Beschaffen außerhalb der vorgegebenen Unternehmensrichtlinien – reduzieren. Erst wenn diese Grundlagen geschaffen sind, können Unternehmen mit der Implementierung in verschiedenen Anwendungsbereichen starten.