Die aktuelle Trovarit-Studie „ERP in der Praxis – Anwenderzufriedenheit, Nutzen & Perspektiven 2026/2027“ zeigt, wie sich die Erwartungen an ERP-Systeme verändern. Für die 13. Ausgabe der Studienreihe gingen 1.538 Bewertungen konkreter ERP-Installationen in die Auswertung ein. Die Studie weist insgesamt uneingeschränkte Zufriedenheitsbewertungen für knapp 40 ERP-Lösungen aus. Das Management-Summary mit den wichtigsten Studienergebnissen steht ab sofort zum Download zur Verfügung.
Gute Noten – aber steigende Ansprüche
Mit einer Durchschnittsnote von 1,89 für die ERP-Software und 2,01 für die betreuenden Wartungs- und Softwarepartner bleibt die Zufriedenheit auf einem guten Niveau. Gegenüber 2024 fallen beide Bewertungen allerdings etwas schwächer aus.
Die Eintrübung betrifft dabei nicht alle Bereiche gleichermaßen. Kritischer bewerten Anwender insbesondere Schnittstellen, Stabilität und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Positiv entwickeln sich dagegen unter anderem Dokumentation und Anwenderunterstützung. Die Ergebnisse zeigen damit: Die ERP-Systeme erfüllen ihre grundlegenden Aufgaben weiterhin zuverlässig, während die Erwartungen an Integration, Wirtschaftlichkeit und Modernisierungsfähigkeit steigen.
Auch die Herausforderungen verschieben sich: Mit rund 23 Prozent stehen die laufenden Kosten inzwischen an erster Stelle der priorisierten Probleme im ERP-Betrieb. Schnittstellen und Integration nennen rund 19 Prozent. Mit zunehmender Unternehmensgröße gewinnen zudem Datenqualität, Release-Wechsel und Administration deutlich an Gewicht.

Der Nutzen von ERP bleibt klassisch – und wird gleichzeitig anspruchsvoller
Der wichtigste Nutzen eines ERP-Systems liegt weiterhin in seinem klassischen Kern. Für etwa 60 Prozent der Anwender ist die Vereinfachung und Beschleunigung von Prozessen der wichtigste Nutzenbeitrag. Rund 52 Prozent sehen einen schnellen und einfachen Informationszugriff als wesentlichen Vorteil, knapp 49 Prozent die Bereitstellung korrekter und nützlicher Informationen.
Gegenüber 2024 gewinnen jedoch insbesondere Fehlerreduktion sowie Transparenz und Prozessverständnis an Bedeutung. ERP-Systeme machen Prozesse damit nicht nur schneller und effizienter, sondern gestalten sie zunehmend auch verlässlicher und nachvollziehbarer.
Gleichzeitig verändert sich die Rolle des ERP mit wachsender Unternehmensgröße. In kleineren Unternehmen arbeitet ein deutlich größerer Anteil der Beschäftigten unmittelbar mit dem ERP-System. Bei größeren Unternehmen sinkt dieser Anteil – das ERP verliert dadurch jedoch nicht an Bedeutung. Vielmehr entwickelt es sich zunehmend zum transaktionalen und prozessualen Kern einer arbeitsteiligen Softwarelandschaft, in der spezialisierte Lösungen für CRM, Business Intelligence, MES oder andere Anwendungsbereiche zusätzliche Aufgaben übernehmen.
