Start Software und Technologie Agentische KI: Der Mensch wird zum Entscheider

Agentische KI: Der Mensch wird zum Entscheider

Bisher beschleunigen Unternehmen mit Künstlicher Intelligenz bestehende Prozesse. Die nächste Stufe nennt sich Agentic AI. Hier arbeiten intelligente IT-Systeme eigenständig zusammen. Der Mitarbeiter ist dann kein Prozessverwalter mehr, sondern ein Entscheider.

KI-Agenten im Kundenservice
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Agentische KI in Unternehmen: Glauben wir der alten Lebensweisheit, ist nichts so sicher wie der Wandel. Aktuell erleben wir einen enormen Wandel. Erst der technologische Big Bang in Form von großen Sprachmodellen, dann kamen leistungsfähige Chatbots, Copiloten und Spezialisierungen wie industrielle Künstliche Intelligenz (KI). Mit etwas Abstand erkennen wir heute, dass all das nur an der Oberfläche dessen kratzt, was gerade erst beginnt. Wir erleben nicht weniger als die nächste Zäsur auf dem digitalen Zeitstrahl. Die betrifft nicht länger nur die Interaktion zwischen Mensch und KI, sondern findet dort statt, wo KI-Systeme anfangen, eigenständig miteinander zu arbeiten. Agentische KI ist der nächste Meilenstein des Wandels. Und der hat es aus mehreren Gründen in sich.

IT-Agenten ändern Arbeitsweisen und Rollen

Die wohl größte Auswirkung haben KI-Agenten. Sie sind nicht das nächste isolierte Werkzeug, sondern bedeuten eine grundlegende Verschiebung von Arbeitsweisen und Rollenverständnis. Digitale Mitarbeiter, wie KI-Agenten so treffend bezeichnet werden, koordinieren Prozesse selbstständig, tauschen Informationen aus und stoßen Folgeaufgaben an. Ganz konkret ist das Ergebnis für Mitarbeiter und Unternehmen, dass sich nicht nur einzelne repetitive Arbeitsschritte automatisieren lassen, sondern ganze Prozessketten. Für die Industrie kommt diese Entwicklung zur rechten Zeit: Angesichts globaler Unsicherheiten und des Fachkräftemangels sind die Betriebe angehalten, die Effizienz zu steigern und Mitarbeiter zu entlasten. Zu viel Zeit fließt bislang jeden Tag in banale, kleinteilige Arbeiten wie Rückfragen, Statusabgleiche, Nachverfolgung, Datenpflege und Prozesskoordination. Hochqualifizierte Experten verbringen Stunden damit, Informationen hinterherzulaufen, statt Entscheidungen zu treffen und auf strategischer Ebene zu agieren.

Das Beschleunigen von Prozessen reicht nicht aus

Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Aspekt, den Anthropic-Mitbegründer Jack Clark jüngst in einem Interview deutlich machte: Wirklich hocheffiziente und konzentrierte Arbeit ist nicht über einen Zeitraum von acht Stunden oder länger zu leisten. Es liegt daher nahe, automatisierbare Aufgaben an verlässliche KI-Agenten auszulagern und den vollen Fokus auf wichtige Prozesse zu legen, die Kreativität und menschliche Expertise erfordern. Wir sprechen hier nicht über futuristische Visionen oder menschenleere Fabriken. KI-Agenten ersetzen den Menschen nämlich keineswegs. Sie verschieben menschliche Arbeit auf eine andere Ebene. Der Mensch wird weniger Prozessverwalter, sondern Entscheider. Weniger operative Schnittstelle zwischen Systemen und eine stärkere Instanz für Bewertung, Freigabe und Eskalation. Das ist ein fundamentaler Unterschied. Aktuell versuchen viele Unternehmen, bestehende Prozesse mit KI zu beschleunigen. Langfristig wird es nicht ausreichen, einzelne Arbeitsschritte lediglich effizienter zu gestalten. Entscheidend wird sein, digitale Arbeit komplett neu zu organisieren. jf

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Der Autor

Agentische KI in Unternehmen
Quelle: IFS

Sören Michl ist Vice President AI Adoption beim Standardsoftwerker IFS.