Start Dienstleistungen Lünendonk-Studie: Konjunkturflaute bremst den IT-Beratungsmarkt

Lünendonk-Studie: Konjunkturflaute bremst den IT-Beratungsmarkt

Um durchschnittlich 1,9 Prozent sind die Top 25 mittelständischen deutschen IT-Berater- und Systemintegratoren 2025 gewachsen. Kriselnde Branchen erhöhen den Druck zur Erschließung neuer Märkte. Für 2026 erwarten Marktforscher ein Umsatzplus von 8,5 Prozent.

IT-Beratungsmarkt Deutschland
Quelle: Lünendonk

Der IT-Beratungsmarkt in Deutschland blickt auf das zweite herausfordernde Jahr in Folge: Die 25 führenden mittelständischen IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen wuchsen 2025 im Durchschnitt nur um 1,9 Prozent (2024: 2,2 Prozent). Dies sind Ergebnisse der neuen Lünendonk-Studie „Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland“, die Ende Juli 2026 erscheint.

Diese Lünendonk-Liste ist Teil der Lünendonk-Studie „Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland“. Die Marktforscher haben dafür über 100 IT-Dienstleister und knapp 200 IT-Verantwortliche aus dem gehobenen Mittelstand sowie aus Großunternehmen und Konzernen befragt. Als mittelständisches IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen definiert Lünendonk Unternehmen, die ihren Hauptsitz in Deutschland haben und einen Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro aufweisen. Mindestens 60 Prozent des Umsatzes müssen mit IT- oder Managementberatung, Softwareentwicklung oder ‑einführung und Systemintegration erwirtschaftet werden. Sofern die IT-Beratungen einem Konzern angehören, dürfen sie maximal 25 Prozent ihres Umsatzes innerhalb des Konzerns erzielen.

Positive Impulse bringt das Auslandsgeschäft

Nachdem die IT-Dienstleister zwischen 2015 und 2023 im Durchschnitt um über zehn Prozent pro Jahr gewachsen sind, stabilisiert sich die Nachfrage auf einem niedrigen Niveau. Positive Wachstumsimpulse kamen 2025 vor allem aus dem Auslandsgeschäft. Die schwache Entwicklung im deutschen Markt ist überwiegend auf sinkende Umsatzanteile in der Automobilindustrie und der öffentlichen Verwaltung zurückzuführen. In der Automobilbranche ging der Anteil von 13,2 auf 11,2 Prozent zurück, in der öffentlichen Verwaltung um einen Prozentpunkt auf 13,9 Prozent. Die starke Abhängigkeit von Großkonzernen setzte mittelständische IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen im schwachen Investitionsumfeld besonders unter Druck. Jeder zweite Umsatz-Euro stammt von Kunden mit mehr als zwei Milliarden Euro Jahresumsatz.

Conet auf Platz 1 vor Allgeier

Conet belegt in der aktuellen Lünendonk-Liste den ersten Platz. Mit einem Umsatzplus von 12,5 Prozent auf 341,2 Millionen Euro Gesamtumsatz erobern die Bonner den ersten Rang von Allgeier zurück, die in der Lünendonk-Liste 2025 den Spitzenplatz innehatten. Nach einer Portfoliobereinigung und dem Verkauf von Unternehmensteilen kommt Allgeier auf einen Gesamtumsatz von 327,6 Millionen Euro auf Rang 2, gefolgt von Senacor mit einem Gesamtumsatz von 248,0 Millionen Euro. Auf Rang 4 folgt init. Das Unternehmen wuchs durch die Übernahme der HBSN, einem Spezialisten für digitale Transformation in der Gesundheitsbranche, um 7,5 Prozent. Die Top 5 komplettiert Cosmo Consult. Mit einem Umsatzplus von 10,2 Prozent zählt das Unternehmen zu den wachstumsstärksten IT-Beratungen des Jahres 2025.

Um jeweils über 15 Prozent gewachsen sind AdEx (+15,8 Prozent) und Infomotion (+15,3 Prozent) – sowohl durch organische als auch anorganische Effekte. Ebenfalls zweistellig wuchsen neben Conet und Cosmo Consult auch Dataciders (+10,6 Prozent) und PPI (+10,2 Prozent). Neu in der aktuellen Lünendonk-Liste sind x1F auf Rang 7, Dataciders auf Platz 15, iteratec auf Rang 23 und Arineo auf Position 25.

„Einige IT-Dienstleister mussten im Jahr 2025 teilweise deutliche Umsatzrückgänge verbuchen“, berichtet Mario Zillmann, Leiter Professional Services bei Lünendonk und Experte in den Themen Management- und IT-Beratung sowie Outsourcing. „Betroffen waren vor allem Anbieter mit einer hohen Abhängigkeit von Krisenbranchen wie der exportorientierten Industrie und dem Automotive-Sektor“. Die Rückgänge spiegeln teilweise eine strategische Neuausrichtung wider. „Einige Unternehmen haben ihr Portfolio bereinigt“, erläutert Zillmann. „Zugleich trennten sie sich von Leistungen, die wegen veränderter Kundenanforderungen kaum noch nachgefragt wurden oder nicht mehr profitabel waren.“ Vier mittelständische IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen mussten sogar zweistellige Umsatzeinbußen verkraften: Consileon, Seven Principles, team neusta und HyPlus.

IT-Beratungsmarkt in Deutschland: Verhaltene Prognosen für 2026 und 2027

Die konjunkturellen Aussichten für den IT-Beratungsmarkt in Deutschland bleiben auch für 2026 und 2027 verhalten. Das schwache Investitionsklima belastet auch die befragten mittelständischen IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen. Die durchschnittliche Umsatzprognose für 2026 liegt zwar bei 8,5 Prozent. Gegenüber den Prognosen vom Jahresbeginn 2025 für das Jahr 2026 wurde dieser Wert jedoch nach unten korrigiert. „Viele IT-Dienstleister müssen sich in den kommenden Jahren auf eine schwächere Nachfrage einstellen“, erläutert Zillmann. „Gleichzeitig müssen sie in neue Märkte investieren. Entscheidend wird sein, Portfolios und Delivery-Modelle an veränderte Kundenanforderungen und die neuen Möglichkeiten von KI anzupassen.“ Jürgen Frisch

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