KI automatisiert das Input Management der ING

Sechs bis sieben Millionen Dokumente aus Post, E-Mail, Onlinebanking und Vermittlereinreichungen verarbeitet die Direktbank ING jährlich. Eine KI-basierte Plattform liest große Teile davon automatisiert, verkürzt die Durchlaufzeiten im operativen Geschäft und entlastet ihre Fachbereiche.

KI im Inputmanagement
©AndreyPopov | istockphoto.com

„Die Geschwindigkeit, mit der sich die Qualitätskennzahlen entwickelten, hat uns positiv überrascht“, berichtet Eyal Azani, Product Owner digitale Dokumentenverarbeitung und E-Mail-Handling bei der ING. „Das Potenzial in Bezug auf Effizienz und Arbeitsentlastung war uns zu Beginn in diesem Umfang nicht bewusst. Umso deutlicher sehen wir heute die Verbesserungen im täglichen Arbeiten.“

Mit mehr als zehn Millionen Kundinnen und Kunden zählt die ING zu den größten Banken Deutschlands. Ihr Input Management verarbeitet jährlich sechs bis sieben Millionen Dokumente. Sie erreichen die Bank über klassische Post, E-Mail-Anhänge, Uploads aus dem Onlinebanking und Einreichungen durch Vermittler, etwa in der Baufinanzierung.

Trotz digitaler Ausrichtung erreicht ein hoher Anteil davon die Bank nach wie vor in Papierform. Die Bandbreite reicht von standardisierten Formularen über frei formulierte Nachrichten bis zu abfotografierten Unterlagen. Insgesamt unterscheidet die Bank rund 400 Dokumentenklassen über zwei Mandanten hinweg, die zuverlässig erkannt und in den richtigen Fachprozess überführt werden müssen. Je heterogener die Eingänge, desto anspruchsvoller ist ihre Zuordnung.

Zentrale Plattform löst gewachsene Strukturen ab

Über Jahre war das Input Management der ING durch eine historisch gewachsene Systemlandschaft geprägt. Zahlreiche individuelle Anpassungen machten die Lösung wartungsintensiv und begrenzten ihre Skalierbarkeit. Erschwerend kam hinzu, dass selbst digital eingehende Dokumente zunächst manuell gesichtet, getrennt und aufbereitet werden mussten, bevor sie in die eigentlichen Fachprozesse gelangten. Das kostete Zeit und band Kapazitäten in den Fachbereichen.

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Nach einem umfassenden Auswahlprozess mit mehreren Anbietern entschied sich die Bank für die Plattform OmnIA von Insiders Technologies, einem Tochterunternehmen der Proalpha Group. Diese Lösung verarbeitet sämtliche Eingangsdokumente kanalübergreifend, erkennt automatisch Dokumentgrenzen, trennt oder führt Inhalte zusammen und ordnet sie den passenden Vorgängen zu. Anschließend klassifiziert die Plattform die Dokumente und schafft damit die Grundlage dafür, die benötigten Daten zu extrahieren und nachgelagerte Prozesse zu automatisieren.

Ausschlaggebend für die Entscheidung waren neben der funktionalen Tiefe vor allem die Standardfunktionen für das automatische Splitten und Mergen von Dokumenten. Hinzu kam, dass Fachanwender die Klassifikationsmodelle eigenständig trainieren und weiterentwickeln können, ohne dafür auf Entwickler angewiesen zu sein.

Die Automatisierung liegt bei rund 80 Prozent

Im operativen Betrieb wirkt die höhere Automatisierung unmittelbar. Die Dunkelverarbeitungsquote ist seit Einführung der Plattform deutlich gestiegen. Die Dokumentenbildung, also das automatische Trennen und Zusammenführen von Dokumenten, läuft heute zu rund 80 Prozent automatisiert, die Klassifikation erreicht einen ebenso stabilen Automatisierungsgrad von rund 80 Prozent. Fachprozesse starten dadurch früher, die Durchlaufzeiten sinken und die Fachbereiche müssen weniger Dokumente manuell prüfen. Gerade in der Baufinanzierung, in der pro Vorgang häufig mehrere Unterlagen eingereicht werden, macht sich das im Arbeitsalltag bemerkbar.

Für die ING ist die Plattform der Ausgangspunkt einer langfristig angelegten Automatisierungsstrategie. Neue Anforderungen lassen sich schnell umsetzen, wie das Beispiel der Kinder- und Jugendkonten zeigt, für die zusätzliche Dokumentenklassen wie Geburtsurkunden aufgenommen wurden. Im nächsten Schritt will die Bank auch die Datenextraktion stärker automatisieren und damit weitere Fachprozesse durchgängig digitalisieren.

„Wer jährlich Millionen Dokumente aus einer Vielzahl von Kanälen verarbeitet, kommt mit hohen Erkennungsraten allein nicht weit“, so Stefan Hassinger, Head of Sales Unit Banking bei Insiders Technologies. „Entscheidend ist, dass die Fachbereiche neue Dokumentenklassen selbst anlegen und trainieren können. Genau dafür bündelt unsere OmnIA-Plattform unterschiedliche KI-Methoden in einer Lösung. Auf dieser Grundlage erhöhen unsere Kunden ihren Automatisierungsgrad Schritt für Schritt, ohne die Stabilität ihrer Prozesse zu gefährden.“

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