Datenklau und manipulierte Transaktionen
Cyberkriminelle, die Finanzinstitute ins Visier nehmen, sind auf monetären Gewinn aus. Datenexfiltration ist eines der häufigsten Ziele von Angreifern, wobei sie es auf die riesigen Bestände sensibler Kundendaten abgesehen haben, darunter Zahlungsinformationen, Zugangsdaten zu Konten und Kreditkartendetails. Derartige Daten lassen sich im Dark Web verhökern oder für Identitätsbetrug verwenden.
Einige kriminelle Gruppen versuchen auch, sich direkt Zugang zu internen IT-Systemen zu verschaffen, um Transaktionen zu manipulieren oder Anmeldedaten zu stehlen, mit denen sie Geld von Kundenkonten abzweigen können.
Perimeterbasierte Abwehr reicht nicht mehr
Angesichts der nahezu ständigen Bedrohung durch Cyberangriffe und strenger regulatorischer Anforderungen haben die meisten Finanzinstitute stark in perimeterbasierte Abwehrmaßnahmen, Endpunktsicherheit und Mitarbeiterschulungen investiert. Das klassische Perimeter-Sicherheitsmodell nutzt Firewalls, um externe Angreifer am Eindringen in das Netzwerk zu hindern. Risiken, die von infizierten Dokumenten ausgehen, werden dabei oft übersehen.
Sicherheitstools und -richtlinien haben Mühe, mit den Praktiken des cloudbasierten Filesharings Schritt zu halten. Diese Schwachstelle ermöglicht es Angreifern, gängige Dateiformate als Einfallstor zu nutzen. Einer der häufigsten Fehler besteht darin, sich ausschließlich auf traditionelle Malware-Erkennung zu verlassen. Signaturbasierte Antiviren-Tools erkennen typischerweise keine Malware, die in PDF- und Office-Dateien versteckt ist. Auch Zero-Day-Exploits oder skriptbasierte Angriffe schlüpfen teilweise durchs Netz.
Dateien von bekannten Absendern können infiziert sein
Ein weiterer typischer Fehler ist das Vertrauen in Dateien von bekannten Absendern. Angreifer kompromittieren legitime Konten, um mit Malware infizierte Dokumente zu verbreiten. Das schiere Volumen der eingehenden Dateien bei Finanzunternehmen – täglich Tausende von Rechnungen, Kreditanträgen und Kontoauszügen – stellt ein hohes Sicherheitsrisiko dar. Ohne eine Prüfung und Bereinigung dieser Dateien gelangen schnell bösartige Dokumente ins System.
Der potenziellen Gefahren durch bösartige Makros sind sich die meisten Unternehmen zwar bewusst. Sie übersehen dabei jedoch häufig andere dokumentbasierte Bedrohungen, die beim Öffnen einer Datei schädliche Aktionen ausführen können. Beispiele dafür sind ActiveX-Steuerelemente, OLE-Objekte (Object Linking and Embedding) und eingebettetes JavaScript.
Mehrschichtiger Schutz verringert die Anfälligkeit
Der Schutz vor bösartigen Dokumenten erfordert einen mehrschichtigen Sicherheitsansatz. Cyberkriminelle verwenden verschiedene Techniken, um Malware zu verbreiten. Da reicht es nicht aus, sich auf eine einzige Lösung zu verlassen. In erster Linie sollten Unternehmen strenge Richtlinien für zulässige Dateitypen implementieren, eine Benutzerauthentifizierung vor dem Hochladen von Dokumenten verlangen und Dateigrößenbeschränkungen festlegen. Allein diese Maßnahmen tragen dazu bei, das Hochladen bösartiger Inhalte von vornherein zu verhindern.
Sämtliche Dateien müssen sorgfältig geprüft werden, um sicherzustellen, dass sich darin keine Bedrohungen verbergen. Auch durch proaktive Malware-Scans lässt sich Schadsoftware erkennen und stoppen. Der Einsatz mehrerer Anti-Malware-Engines steigert die Erkennungsrate und schließt blinde Flecken einzelner Scan-Tools. In Kombination mit verhaltensbasierten Sandboxing lassen sich auch bisher unbekannte Bedrohungen wirksam identifizieren.
Skripte und Makros bereinigen: So lassen sich Malware in Dokumenten bei Finanzdienstleistern eliminieren
Darüber hinaus können Dateien versteckte Bedrohungen in Skripten und Makros enthalten, sodass es unerlässlich ist, sie zu bereinigen, bevor ein Anwender Zugriff darauf erhält. Technologien wie Deep Content Disarm and Reconstruction dekonstruieren Dateien, entfernen potenziell schädliche Inhalte und setzen sie anschließend unter Wahrung der vollen Funktionalität wieder zusammen. So wird sichergestellt, dass sich die Dateien gefahrlos öffnen lassen.
Sicherheitstools für E-Mail-Systeme, die Phishing-Versuche blockieren und Anhänge oder URLs auf schädliche Inhalte überprüfen, reduzieren weitere Risiken. Neben E-Mails sind auch andere Quellen für eingehende Dateien zu überprüfen, z. B. webbasierte Anwendungen, die von Kunden, Geschäftspartnern oder Lieferanten genutzt werden. Auch Dateien, die zwischen verschiedenen Geschäftsbereichen im Unternehmen ausgetauscht werden, brauchen einen Sicherheitscheck. jf