8 Kniffe schützen vor Supply-Chain-Angriffen

Angriffe auf die digitale Lieferkette entwickeln sich zu einer schweren Cyberbedrohung. Das zeigt die Studie eines Security-Dienstleisters. Zum Schutz vor derartigen Gefahren haben sich acht Maßnahmen bewährt.

Supply Chain Management-Lösungen: Bunter Markt
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Supply-Chain-Angriffe sind besonders gefährlich, weil die Kompromittierung eines einzelnen Anbieters zahlreiche Kunden oder sogar ganze Wirtschaftszweige betreffen kann. Angreifer nutzen dafür Schwachstellen in verbreiteten Softwarelösungen, manipulierte Komponenten oder unzureichend geschützte Fernwartungszugänge. Nach dem ersten Zugriff installieren sie bösartige Skripte auf den Zielsystemen – beispielsweise durch sogenannte Webshells – und führen damit Remote-Befehle aus. Ziel ist es, dauerhafte Hintertüren einzurichten.

In industriellen Umgebungen sind Unternehmen häufig stark von spezialisierten Dienstleistern abhängig. Deren Fernwartungszugänge vergrößern die Angriffsfläche. Wird ein externer Anbieter oder ein legitimer Wartungszugang kompromittiert, können Angreifer darüber in OT-Umgebungen eindringen.

„Cyberkriminelle machen sich die digitale Lieferkette zunutze, um Unternehmen zu kompromittieren“, sagt Andreas Süß, CEO DACH bei Advens. „Deshalb sollten sich Unternehmen stets darüber im Klaren sein, welche Partner auf ihre Systeme zugreifen, welche Berechtigungen sie besitzen und wie diese Zugriffe überwacht werden.“

Um das Risiko durch Supply-Chain-Angriffe zu reduzieren, sollten Unternehmen folgende Sicherheitsmaßnahmen umsetzen:

1. Systeme zügig aktualisieren

Kritische Schwachstellen in öffentlich erreichbaren Anwendungen und verbreiteten Unternehmenslösungen sollten priorisiert behandelt werden. Idealerweise installieren Unternehmen verfügbare Sicherheitsupdates innerhalb von 72 Stunden.

2. Dienstleister und Abhängigkeiten erfassen

Unternehmen sollten ein vollständiges Verzeichnis ihrer Softwareanbieter, Cloud-Dienste, IT-Partner und externen Fernwartungszugänge führen. Abhängigkeiten sollten anhand ihrer Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb priorisiert werden.

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Transparente und widerstandsfähige Lieferketten erfordern nicht nur geeignete Prozesse, sondern auch die passende Softwareunterstützung. Der Fachartikel „Supply Chain Management – Neue Funktionen am Softwaremarkt“ zeigt, welche neuen Funktionen moderne SCM-Lösungen bieten und wie sie Unternehmen bei der Steuerung komplexer Lieferketten unterstützen.

3. Sicherheit vertraglich festlegen

Unternehmen sollten Dienstleister vertraglich zur Einhaltung definierter Sicherheitsstandards, zur schnellen Behebung kritischer Schwachstellen und zur unverzüglichen Meldung von Sicherheitsvorfällen verpflichten.

4. Zugriffsrechte minimieren

Externe Partner sollten nach dem Least-Privilege-Prinzip nur auf die Systeme zugreifen können, die sie tatsächlich für ihre Arbeit benötigen. Nicht mehr verwendete Konten und Berechtigungen sollten konsequent gelöscht werden.

5. Starke Authentifizierung einsetzen

Zugänge von Dienstleistern sollten zusätzlich zu Passwörtern durch Multi-Faktor-Authentifizierung geschützt werden.

6. Web Application Firewall einrichten

Unternehmen sollten eine Web Application Firewall (WAF) einsetzen, um das Einschleusen einer Webshell zu erschweren. Gleichzeitig sollten Systeme regelmäßig und idealerweise automatisiert auf Webshells sowie ungewöhnliche Skripte und Veränderungen in kritischen Verzeichnissen überprüft werden.

7. Netzwerke segmentieren

IT-Systeme für Produktion und Verwaltung, Cloud-Services sowie Operational Technology sollten voneinander getrennt werden. So ermöglicht ein kompromittierter Zugang eines Dienstleisters Angreifern keine ungehinderte Bewegung innerhalb des Unternehmensnetzes.

8. Zugriffe überwachen und testen

Aktivitäten privilegierter Dienstleisterkonten sollten protokolliert und auf ungewöhnliches Verhalten hin untersucht werden. Regelmäßige Sicherheits-Checks, Angriffssimulationen und klar definierte Incident-Response-Prozesse helfen dabei, eine Kompromittierung frühzeitig zu erkennen und einzudämmen.

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