Grund 3 – Zunehmende Projektifizierung
Während früher einzelne Projekte die Linienorganisation ergänzten, erbringen heute Projekte und Programme einen wachsenden Teil der Wertschöpfung. Unternehmen setzen auch strategische Initiativen verstärkt projektbasiert um und vergeben Beratungsleistungen somit als klar definierte Projektaufträge.
Mit der wachsenden Zahl parallel laufender Vorhaben steigen die Anforderungen an Planung, Priorisierung, Koordination und das Einbetten in die übergeordnete Unternehmensstrategie – und damit auch an eine professionelle Steuerung. Projektarbeit wird damit zum festen Bestandteil der Unternehmensentwicklung.
Grund 4 – Sponsoren sichern den Projekterfolg
Erfolgreiche Projekte entstehen heute nicht mehr isoliert in einzelnen Fachabteilungen. Vielmehr werden Vorstandsmitglieder und Geschäftsführungen als Sponsoren deutlich stärker eingebunden. Viele Risiken lassen sich schließlich nur dort lösen, wo die notwendigen Entscheidungen getroffen werden können.
Ein ausgewiesener Projektsponsor, der sich für den Business Case verantwortlich fühlt, trägt somit zum Projekterfolg bei. Projektfachkräfte sollten daher nicht nur die relevanten Stakeholder auf Fachabteilungsebene in Beratungsprojekte involvieren, sondern auch dafür sorgen, dass es einen Sponsor im Top-Management gibt. So ist neben Transparenz auch maximale Entscheidungsfähigkeit sichergestellt.
Ein Projektsponsor ist nach der Definition des Projekt Management Instituts eine Person oder Gruppe, die Ressourcen und Unterstützung für das Projekt bereitstellt, den Nutzen des Projekts fördert und die Verantwortung dafür trägt, dass das Projekt die gewünschten Geschäftsergebnisse erreicht.
Grund 5 – Dynamik und Veränderungsdruck steigen
In einem Umfeld kontinuierlicher Veränderungen wird Anpassungsfähigkeit zu einer Kernkompetenz. Agile und iterative Vorgehensweisen gewinnen daher sowohl auf Projekt- als auch auf Organisationsebene an Bedeutung. Ein professionelles Projektmanagement hilft Consulting-Häusern, trotz dynamischer Anforderungen und Rahmenbedingungen Orientierung zu schaffen, Entscheidungen zu beschleunigen und den Fokus auf die angestrebten Projektziele zu bewahren.
„Erfolgreiche Beratungsprojekte zeichnen sich vor allem durch Anpassungsfähigkeit, schnelle Entscheidungswege und eine konsequente Ausrichtung auf den geschäftlichen Nutzen aus“, berichtet Heinz Wiltsche, Head of Project- and Program Management bei Accenture in Österreich.
Grund 6 – Steigende Anforderungen an den Wertbeitrag
Angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit und knapper Budgets müssen Beratungsprojekte heute mehr denn je nachweisen, welchen konkreten Beitrag sie zu den Geschäftszielen leisten. Projektmanagement wird damit zum zentralen Hebel für Verbindlichkeit und Umsetzungserfolg.
Projektleiter stellen sicher, dass einzelne Projekte nicht isoliert als operative Vorhaben gesteuert werden, sondern konsequent auf die gewünschten Geschäftsergebnisse ausgerichtet bleiben. Dafür sind neben methodischen Kompetenzen ein ausgeprägter Geschäftssinn und strategisches Denken gefragt. Nur wenn Projektverantwortliche den geschäftlichen Kontext verstehen und Entscheidungen an den angestrebten Mehrwert koppeln, lassen sich Investitionen zielgerichtet einsetzen und nachhaltiger Business Value erzielen.
„Auch im Beratungsgeschäft wandelt sich das Projektmanagement“, erläutert Denis Lassance, Managing Director für Europa beim Project Management Institute. „Die steigende Komplexität und Dynamik von Projekten macht fundierte Kompetenzen im Projektmanagement wichtiger. Damit können Beratungsunternehmen Projekte so leiten und durchführen, dass aus Investitionen konkrete Ergebnisse entstehen, die klar auf die Geschäftsziele ihrer Kunden einzahlen.“
„Der Bedarf an Projektfachkräften ist groß“, ergänzt Heinz Wiltsche. „Ausschreibungen und Anforderungspapiere zeigen, dass Unternehmen von Beratungshäusern erwarten, dass diese qualifizierte Projektfachkräfte, insbesondere mit nachgewiesenen Zusatzqualifikationen im Bereich der Künstlichen Intelligenz, im Team haben.“