„Künstliche Intelligenz revolutioniert unsere Arbeits- und Lebenswelt, aber das heißt nicht, dass diese Technologie für jeden Einsatzzweck die optimale Lösung ist“, argumentiert Markus Haller, CEO und CTO des Standardsoftwerkers Asseco Solutions. Der geschäftliche Kontext erfordert Genauigkeit, Wiederholbarkeit, Sicherheit und Zertifizierbarkeit. Mit APplus 10 folgt Asseco genau diesem Ziel. Dreh- und Angelpunkt ist dabei der digitale Prozess. Er steuert den Ablauf und bringt alle Beteiligten zusammen: Daten, KI und den Anwender. „Wer klar definierte Prozesse hat, die kontrolliert ablaufen, der braucht gar keine aufwendigen Agentic-AI-Projekte, um von den Effizienzgewinnen modernster KI im Arbeitsalltag zu profitieren“, erläutert Haller.
Die technische Basis dafür liefert der Flow Mode von APplus, der nun an Bedeutung gewinnt. „Bislang wurde der Flow Mode vor allem als neue Benutzeroberfläche wahrgenommen“, berichtet Ralf Bachthaler, CSO von Asseco Solutions. „Statt dass Anwender durch teils komplexe Ansichten navigieren, führt das System sie durch die Prozesse. Das vereinfacht die tägliche Arbeit.“ Allein darauf will Asseco den Flow Mode nicht reduzieren. Das wahre Potenzial liege in der Digitalisierung der Prozesse nach dem BPMN-Standard (Business Process Model and Notation): „Diese Definition bietet nicht nur das Fundament für umfassende Automatisierungen, sondern macht auch Künstliche Intelligenz kontrolliert nutzbar.“
ERP wird zum Aktivsystem
Im weiterentwickelten Flow Mode von APplus 10 laufen einzelne Prozesse nicht isoliert, sondern sie lassen sich über Hierarchiestufen zu durchgängigen Abläufen verbinden. Ein per Flow abgebildeter Bestellprozess wird beispielsweise mit vorausgehenden und nachgelagerten Prozessstufen wie Bestellung, Wareneingang oder Verwaltung der Positionen gekoppelt. So entsteht eine Ende-zu-Ende-Abbildung ganzer Aufgabenbereiche. Kontext und Parameter werden über alle Stufen weitergegeben. Beim Wechsel in ein Sub-Board müssen die Mitarbeiter Informationen wie Standort, Lager oder Artikel nicht erneut eingeben.
Der Anwender behält stets den Überblick, an welcher Stelle des Gesamtprozesses er sich gerade befindet. Ist eine Aktion nötig – etwa eine Entscheidung, Prüfung oder Dateneingabe – weist ihn APplus 10 aktiv darauf hin. Ein dynamisches Formular zeigt dann genau die Informationen, die aktuell erforderlich sind. So wird das ERP-System laut Asseco zum aktiven Partner der Anwender.
Abläufe triggern Algorithmen
Künstliche Intelligenz lässt sich im Rahmen der Flow-Prozesse an jeder Stelle einbinden. Das Vehikel dafür sind AI Tasks, also konfigurierbare Bausteine für Verarbeitungsschritte. „Dank dieser nativen Integration müssen Anwender nicht länger ein separates KI-Tool bedienen und dessen Ergebnisse zurück in ihr ERP-System kopieren“, erläutert Bachthaler, „Die KI erledigt ihre Aufgabe unmittelbar im Flow-Prozess.“
AI Tasks unterstützen die Anwender bei klar definierten Aufgaben, von der Recherche von Informationen bis hin zum Ergänzen fehlender Daten. So lassen sich etwa beim Anlegen eines neuen Artikels automatisch Informationen wie Name, Gewicht, Maße oder Beschreibungen in einem Produktkatalog recherchieren und vorausfüllen.
Technisch gesehen wird die im AI Task formulierte Anfrage in Form eines Prompts an das verwendete KI-Modell gegeben. Standardmäßig kommen in APplus 10 Modelle von OpenAI zum Einsatz. Eine Enterprise-Vereinbarung zwischen Asseco und OpenAI sorgt dafür, dass keine Daten zu Trainingszwecken in das Modell zurückfließen. Darüber hinaus prüft Asseco die Möglichkeit, künftig weitere Modelle anzubinden.