Lünendonk-Studie: KI stellt IT-Sourcing-Modelle infrage

Verträge, Preise und die Zusammenarbeit mit IT-Dienstleistern – all das ändert sich laut einer Lünendonk-Studie gerade durch Künstliche Intelligenz (KI). Managed Services und KI-gestützte Liefermodelle gewinnen an Bedeutung, während Offshore-Modelle in die Kritik geraten.

©Parradee Kietsirikul; istockphoto.com

KI im IT-Sourcing verändert die Leistungs- und Vertragslogik grundlegend. Das zeigt die Lünendonk-Studie „IT-Sourcing-Trends 2026/2027“. Viele IT-Provider investieren demnach aktuell stark in KI und passen ihre Leistungen entsprechend an. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Kunden an Effizienz, Geschwindigkeit und messbare Ergebnisse. Klassische Vergütungsmodelle wie Time & Material verlieren an Bedeutung, während output- und ergebnisorientierte Modelle in den Fokus rücken. Für Unternehmen wird die Anpassung ihrer IT-Sourcing-Strategie an die neuen technologischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anspruchsvoll. Entsprechend wächst der Bedarf an Beratung bei der Gestaltung geeigneter Sourcing-Modelle sowie im Zusammenspiel von Cloud, KI und digitaler Souveränität.

Für die Studie „IT-Sourcing-Trends 2026/2027“ haben die Lünendonk-Marktforscher 150 IT- und Sourcing-Verantwortliche aus mittelständischen und großen Unternehmen verschiedener Branchen befragt. Ergänzend analysiert die Studie die Geschäftsentwicklung von 36 IT-Sourcing-Beratungen. Die 11. Auflage der Studie entstand in fachlicher Zusammenarbeit mit Cassini, Datagroup, Gebhardt, ISG, Metrics, Mindeight und PLS.

Etablierte Sourcing-Modelle kommen auf den Prüfstand

Die Studienergebnisse zeigen einen grundlegenden Wandel im Verhältnis zwischen Anwenderunternehmen und IT-Providern. 90 Prozent der Studienteilnehmer erwarten von ihren IT-Dienstleistern konkrete Vorschläge, wie generative KI die Effizienz und Qualität von IT-Services verbessern kann. 70 Prozent verhandeln bei zunehmendem KI-Einsatz bereits über Abschläge auf Vergütungsmodelle, die auf Time-and-Material oder Mannstunden basieren. Zudem passen 80 Prozent der Befragten ihre Verträge mit IT-Providern schrittweise an, um den Einsatz generativer KI explizit zu regeln.

„KI verändert nicht nur die Produktivität der Leistungserbringung, sondern auch die über Jahrzehnte etablierten wirtschaftlichen Mechanismen im IT-Sourcing“, erläutert Tobias Ganowski, Senior Consultant bei Lünendonk und Studienautor. „Wichtig wird sein, wie Kunden und Dienstleister Effizienzgewinne, Risiken und Investitionen künftig fair in Vertrags- und Preismodelle überführen und Themen wie Datennutzung, Nachvollziehbarkeit und Schutz von Betriebsgeheimnissen regeln.“

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KI und Managed Services prägen neue Liefermodelle

Auch die Liefermodelle im IT-Sourcing verändern sich deutlich. 95 Prozent der Kunden erwarten eine zunehmende Bedeutung von Managed Services, 87 Prozent rechnen verstärkt mit KI-gestützten und hochautomatisierten Delivery-Modellen. 77 Prozent erwarten zudem mehr outcome-basierten Modellen, während 61 Prozent beim Abrechnungsmodell Time & Material von einem Bedeutungsverlust ausgehen. Für IT-Dienstleister bedeutet dies laut Lünendonk, dass sie Services stärker als bisher standardisieren, automatisierbare Leistungen skalieren und ihre Vergütung an messbaren Ergebnissen ausrichten.

Klassische Offshore-Modelle verlieren durch die zunehmende Automatisierung von Routineaufgaben an Kostenvorteilen. Offshore-Dienstleister müssen daher laut Lünendonk massiv in die Entwicklung und Steuerung von KI-Agenten investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Hybride Modelle, bei denen autonome Systeme mit Offshore-Mitarbeitern zusammenarbeiten, dürften daher zunehmen.

Unternehmen erhöhen Budgets für die IT-Beratung

Die wachsende Komplexität im IT-Sourcing führt offenbar auch zu einer höheren Nachfrage nach Beratungsleistungen. Laut Lünendonk planen Anwenderunternehmen steigende Budgets für die IT-Sourcing-Beratung. Für 2026 sind überwiegend moderate Zuwächse von bis zu 5 Prozent vorgesehen. Für 2027 rechnen dagegen bereits 56 Prozent der Befragten mit einer Budgetsteigerung von mindestens 5 Prozent.

Die Lünendonk-Studie steht ab sofort zum kostenlosen Download bereit.

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